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Geschrieben von forextotal am 27. September 2018

Krypto-Irrsinn: Warum Bitcoin & Co. nur ein großer Haufen Mist ist?

Kryptowährungen: Bitcoin & Co. sind nur ein Haufen MistDen Kryptowährungen gehört die Zukunft! So klingt es fast einhellig, wenn man in den unterschiedlichen Finanznachrichten etwas zum Thema liest. Mal ist es Bitcoin, mal Ethereum, mal IOTA oder Ripple, die jeweils für Schlagzeilen sorgen und den klassischen Währungen das Fürchten lehren sollen. Aber hey, manchmal fragt man sich, ob hier wirklich noch alle klar bei Verstand sind? Warum? Die Gründe gibt es hier - und nein, zu den klassischen Gefahren, Luftbuchungen und Spekulationen wurde hier schon viel geschrieben, es geht hier einzig und allein um Logik!

Währung oder Wertpapier?

Kryptowährungen liegen im Trend, und die Kurse erreichen immer neue Höchststände, gefolgt von meist größeren Korrekturen. Schwankungen von 30% und mehr sind hier keine Seltenheit, und das nicht auf Jahressicht, sondern auf Tagesbasis. Welche Grundfunktion hat aber eine Währung? Sie soll eine umfassende Wertstabilität bieten, einfach zu tauschen sein und überall akzeptiert werden. Keine der drei Funktionen erfüllen Kryptowährungen im Moment. Insbesondere die Wertstabilität ist, von wenigen Außnahmen abgesehen, aktuell das größte Problem der ganzen Krypto-Einheiten.

Auf der anderen Seite dienen den meisten Investoren die verschiedenen Kryptowährungen viel mehr als Wertpapier. Mit ICOs werden Gelder eingesammelt und Anteile an Unternehmen, Ideen oder sonst was verkauft. Nichts anderes als es beispielsweise bei ganz normalen Aktien der Fall ist. Nur liegen die Infos zu den Besitzern nicht innerhalb einer Girosammelverwahrung, sondern in einer Blockchain. Aber längst nicht alle Kryptowährungen haben eine solche "Wertpapier"-Funktion. Gerade Bitcoin ist nichts weiter als ein virtuelles Gold ohne Unternehmen dahinter, was nachhaltige Umsätze einfahren kann. Der "Wert" basiert rein auf Vertrauen, sonst nichts.

Warum sind Kryptowährungen irrsinnig?

Kryptowährungen sind Währungen und Wertpapiere in einem, was per se eine irrsinnige Kombination darstellt. Es wäre so, also würde man bei Amazon einkaufen und zum Bezahlen Aktien von Amazon verwenden (oder Bruchteile davon). Amazon würde dann seinen Umsatz in Aktien auf Basis des aktuellen Aktienpreises angeben, und dann würden durch Spekulanten angeheizte Aktienkurse zu weiter steigenden Umsätzen und weiterer Aktiennachfrage führen. Es würde auf dem Papier immer nur nach oben gehen, bis irgendwann das Kartenhaus zusammenbricht.

Wertstabile Kryptowährungen?

Entfernt man die spekulative Wertpapier-Eigenschaft, wie es z.B. bei Tether der Fall ist, hat man zwar eine wertstabile Kryptowährung (solange das Unternehmen dahinter nicht verschwindet), der Vorteil gegenüber einer klassischen Währung ist hier jedoch nur minimal. Tether ist mit US-Dollar gedeckt, einer Währung, die ebenso wie alle anderen Währungen nur auf Vertrauen basiert. Fiat-Geld (fiat, lat. für "es entstehe") ist aber beides, egal ob Papiergeld oder digitales Geld. Zudem werden auch die meisten Buchungen bei klassischen Währungen inzwischen nur rein virtuell in der digitalen Welt getätigt. Ein sehr geringer Teil basiert auf physischem Geld, das man in der Hand hält.

Euro mit 60.000% Wertzuwachs

Halt, das war gar nicht der Euro, es war ja Bitcoin mit einem solchen extremen Zuwachs. Was auf den ersten Blick super klingen mag, wäre für eine klassische Währung der Super-GAU. Man stelle sich vor, ein Euro wäre morgen plötzlich 600 US-Dollar wert. Für die Leute in Europa würde das vielleicht auch erst mal spannend klingen, aber für die Wirtschaft wäre das der Untergang. Aus anderen Währungsräumen würde niemand mehr Waren in Euro nachfragen, exportgetriebene Unternehmen würden dicht machen. Unternehmen mit Nachfrage im Inland hätten zwar eine Nachfrage in Euro, aber eben auch Löhne in Euro zu zahlen. Darum ist es für Währungen wichtig, dass deren Wert stabil bleibt.

Aber hey, da war doch noch die Blockchain

Der Vorteil einer Kryptowährung ist nur die Blockchain als technisches "Kassenbuch". Und ganz ehrlich, in welches Kassenbuch sollte man mehr Vertrauen haben? Ein Buch, welches von einem Unternehmen oder einer Gruppe von anonymen Transaktionsdienstleistern (Miner) verwaltet wird, oder ein Buch, welches von einem Staat verwaltet und reguliert wird? Wer ist der Staat? Der Staat sind wir alle! Die Blockchain kontrollieren im schlimmsten Fall ein paar wenige Miner. Und es besteht immer die latente Gefahr einer 51%-Übermacht, die dann einer Finanzdiktatur gleichkommt.

Ein großer Haufen Mist?

Schaut man sich den gewaltigen Berg an digitalen "Münzen" an, ist es für einen außenstehenden Betrachter eigentlich vollkommen klar: Es ist wirklich nur ein großer Haufen Mist. Zu jeder Zeit gab es Leute, die solchen Mist verkauft haben und noch viel mehr Leute, die diesen Mist haben wollten. Und wer clever war, hat immer wieder neuen Mist produziert, hübsch verpackt und fleißig verkauft.

Egal ob es von Anfang an wertlose Tech-Aktien um die Jahrtausendwende waren, oder später phantasievolle Zertifikate in denen wertlose Basiswerte hübsch verpackt und teuer verkauft wurden. Und beim aktuellen Mist, den es so gibt, sind der Phantasie keine Grenzen gesetzt. Für alle Branchen und Anwendungsfälle gibt es fast eine "Kryptowährung", die aus dem Nichts geschaffen und für klassisches Geld verkauft wird.

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