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Geschrieben von forextotal am 3. September 2015

Auf EZB-Entscheid folgt der Euro-Absturz

Europa und der Euro

Wieder einmal dramatische Szenen an den Devisenmärkten, die volatile Phase der vergangenen Tage reißt nicht ab. Ein markanter Knick im Kurs des Währungspaars EUR/USD bildete die Reaktion auf den heutigen EZB-Entscheid ab, von 1,1231 USD ging es abwärts bis 1,1118 USD. Euphorie hingegen beherrschte die Aktienmärkte, der Dax stieg auf 10.312 Punkte.

Die Geldflut reißt nicht ab

Zunächst versprach der heutige Termin kaum Neues: Die Notenbanker beließen den Leitzins wie erwartet unangetastet. Doch die anschließende Pressekonferenz von EZB-Präsidenten Mario Draghi ließ die Finanzmärkte aufhorchen: Dieser deutete überraschend eine Verlängerung des umstrittenen Anleihekaufprogramms an. Für den Euro hat diese Ankündigung vor allem eine Konsequenz: Es geht wieder abwärts.

Ursprünglich sollte das groß angelegte Anleihekaufprogramm der EZB bis September des nächsten Jahres laufen, doch bereits jetzt signalisierten die Notenbanker ihre Bereitschaft, die QE-Maßnahme in die nächste Runde zu schicken. Erst wenn die Verbraucherpreise nachhaltig steigen, sich also der angepeilten Inflationsrate von knapp 2% annähern, soll Schluss sein mit den Geldspritzen für Wirtschaft und Finanzwelt.

Schreckgespenst Deflation greift um sich

Bislang zeigte das Programm, das in jedem Monat 60 Milliarden Euro verschlingt, kaum Wirkung. Denn noch hat sich die Teuerungsrate kaum in Richtung der Zielmarke bewegt, zuletzt verharrte sie bei gerade einmal 0,2%. Angesichts der Turbulenzen an den chinesischen Aktienmärkten sowie der verbilligten Energiepreise machte sich Nervösität unter den Ratsmitgliedern der EZB breit. Tatsächlich besteht die Gefahr, dass die Inflation künftig noch weiter sinken statt zunehmen könnte.

Sogar das Bedrohungsszenario einer Deflation bemühte Draghi wieder einmal, um der Notwendigkeit der EZB-Intervention Nachdruck zu verleihen. Diese zeigte sich heute kampfeslustig: Mit aller ihr zur Verfügung stehenden Macht will sie die Gefahr einer Deflation abwehren. Ob das Anleihekaufprogramm dafür das Mittel der Wahl ist, bleibt unter Wirtschaftsexperten derweil umstritten. Bislang floss das Notenbankgeld kaum in dringend benötigte Unternehmenskredite.

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