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Geschrieben von forextotal am 9. November 2011

Wesentliche Einflussfaktoren für den Devisenkurs von EUR/USD

Trading-ChartDer wichtigste Einflussfaktor für die Entwicklung des Devisenkurses von EUR/USD ist die Psyche des Händlers. Dies hat sich wieder eindrucksvoll gezeigt, als Ende Oktober 2011 die Sitzung der Regierungschefs der Europäischen Union bevorstand. Aufgrund der Unsicherheit, ob die Entschuldung Griechenlands und damit die Rettung des Euro gelingen wird, war der Kurs des Euro in Richtung 1,37 gesunken. In den Stunden vor der Entscheidung genügte ein einziger Satz eines einzelnen Politikers, um den Kurs von EUR/USD in die eine oder andere Richtung zu bewegen. Als am frühen Morgen nach der Sitzung bekannt wurde, dass Griechenland 50% seiner Bankverpflichtungen erlassen werden, explodierte der Kurs des EUR/USD im Laufe des Tages, ausgehend von einem Wert von 1,39 auf über 1,4230. Allein dieses politische Bekenntnis zur Rettung des Euro genügte, um die Anleger und Händler wieder zum Kauf des Euro zu bewegen.

Ein weiterer wichtiger Einflussfaktor für die Entwicklung des Devisenkurses ist das Verhalten der Europäischen Zentralbank, ebenso der US-amerikanischen Zentralbank Fed. Sobald eine dieser Banken eine Zinsentscheidung bekannt gibt, reagiert der Kurs meist sofort. Als die Fed nach und nach die Leitzinsen reduzierte, profitierte der Euro. Anleger, die in US-Dollar investieren wollten, bekamen dann in den USA weniger Rendite, da infolge der Reduzierung der Leitzinsen die Zinsen für Staatsanleihen und Kredite gesenkt wurden. Werden die Leitzinsen erhöht, entwickelt sich der Kurs in die umgekehrte Richtung. Die Gelder werden in die Währung transferiert, in der die höchsten Zinsen zu erwarten sind. Die sich ergebende Leitzinsdifferenz zwischen zwei Währungsräumen bestimmt das Verhältnis der Währungen zueinander.

Im Übrigen bestimmen wirtschaftspolitische Entscheidungen, Maßnahmen und Informationen die Kursentwicklung des EUR/USD. Allgemein gilt, dass negative Informationen die Anleger aus einer Währung hinausflüchten lassen, während positive Meldungen zugunsten einer Währung oder eines Währungsraumes die Gelder der Anleger anziehen. Werden in den USA hohe Arbeitslosenquoten gemeldet, fällt der Kurs des Dollar gegenüber dem Euro. Mit großer Spannung blicken die Händler auf die regelmäßig vermeldeten Wirtschaftsdaten in den USA und den wichtigsten Mitgliedstaaten der Europäischen Union, insbesondere Deutschland, Frankreich, Italien, Großbritannien aber auch der Schweiz. Was schlecht für die Wirtschaft ist, ist schlecht für die Währung, also fällt der Kurs der einen Währung. Was gut ist für die Wirtschaft, ist auch gut für die Währung und führt zu einem steigenden Kurs. Ein starker Euro führt dazu, dass sich einerseits die Exporte aus Europa in den Rest der Welt verteuern, zugleich wird ein höheres Einkaufsvolumen aus den USA ermöglicht, da die Importe sich über einen sinkenden US-Dollar vergünstigen. Wird eine Währung zu stark, sieht sich die jeweilige Regierung bzw. die Zentralbank oft dazu veranlasst, leitzinspolitische Maßnahmen vorzunehmen.

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