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Geschrieben von forextotal am 16. September 2011

Wie funktionieren Staatsanleihen?

StaatsanleihenIm Grunde handelt es sich bei Staatsanleihen um normale Kredite, die allerdings einige Besonderheiten aufweisen. Kreditnehmer ist in diesem Fall ein Staat, der die Anleihen ausgibt. Kreditgeber sind die Käufer dieser Anleihen. Das können sowohl Privatpersonen sein als auch institutionelle Anleger, also beispielsweise Banken und Versicherungen. Während der Laufzeit einer Staatsanleihe zahlt der ausgebende Staat ausschließlich Zinsen, aber keine Tilgung. Der gesamte Kreditbetrag wird am Ende der Laufzeit getilgt. Üblicherweise wird zu diesem Zweck eine Anschlussfinanzierung benötigt, es werden also neue Staatsanleihen ausgegeben.

Besonderheiten staatlicher Kreditnehmer

Aus der Tatsache, dass der Schuldner ein Staat ist, ergeben sich einige Besonderheiten dieser Form von Krediten. Erstens wird das Ausfallrisiko in den meisten Fällen als sehr gering eingeschätzt. Zwar hat es in der Vergangenheit schon Staatspleiten gegeben, aber eine Insolvenz eines Staates ist sehr viel seltener als die eines privaten Schuldners oder eines Unternehmens. Darüber sollten auch Einzelfälle, in denen gegenwärtig eine Staatspleite droht, nicht hinwegtäuschen. Zweitens ist die Sicherheit eine Anlage immer in Relation zur Sicherheit anderer Anlagen zu bewerten. Selbst wer der Auffassung ist, dass auch Staatsanleihen von Ländern wie Deutschland, Frankreich oder den USA nicht mehr sicher sind, muss eine Frage beantworten: Welche sicheren Alternativen stehen unter dieser Annahme überhaupt noch zur Verfügung? Drittens ist zu beachten, dass ein Staat souverän ist. Prinzipiell kann ein Staat jederzeit beschließen, seine Schulden nicht mehr zu bedienen. Selbstverständlich hätte ein solcher Schritt für den betroffenen Staat schwerwiegende Konsequenzen, aber der Gläubiger geht in einem solchen Fall leer aus. Ihm stehen keine Mittel der Zwangsvollstreckung zur Verfügung.

Welche Zinsen werden geboten?

Das hängt vom Risiko der Anlage ab. Die in letzter Zeit oft kritisch diskutierten Ratingagenturen übernehmen dabei in etwa die Rolle, die für private Kreditnehmer die Schufa übernimmt: Sie bewerten die Kreditwürdigkeit eines Staates. Je schlechter diese Bewertung ausfällt - je niedriger also das Rating eines Staates ist - desto höhere Zinsen muss der Staat bieten. Dies kann dazu führen, dass ein Staat seine alten Schulden nicht mehr zu tragbaren Konditionen refinanzieren kann. Um hoch verschuldeten Staaten der Euro-Zone einen Ausweg zu ermöglichen, werden gegenwärtig Euro-Bonds als spezielle Form der Staatsanleihe diskutiert. Dabei würde nicht der ausgebende Staat für die Anleihe garantieren, sondern alle Staaten der Euro-Zone gemeinsam.

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