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Geschrieben von forextotal am 4. August 2017

CO2 und radioaktive Abfälle: Schlechte Umweltbilanz für Elektroautos

Die deutschen Autobauer stehen zunehmend in der Kritik, dass sie die Elektromobilität vernachlässigen und zu wenig für die Umwelt tun. Der Abgasskandal bei den Dieselfahrzeugen trägt zusätzlich dazu bei, dass die Bevölkerung mal wieder genug Gründe zum Meckern findet. Tesla wird für seine Elektroautos hochgelobt und im eigenen Land redet man sich mal wieder selbst schlecht. Was natürlich auch unseren Wirtschafts- und Währungsraum betrifft. Dabei sollte man wirklich mal einen etwas genaueren Blick auf die Umweltbilanz der Elektroautos werfen. So schön sauber und innovativ sind diese leider längst nicht.

E-Autos: Alles andere als sauber!

Auf den ersten Blick klingt das Konzept der Elektroautos doch toll: Keine Emissionen, kein direkter CO2-Ausstoß und keine fossilen Energieträger, die abgebaut werden müssten. Der Strom kommt ökologisch aus erneuerbaren Energien und die Welt ist glücklich. Diese Aussagen leuchten irgendwie ein und daher neigt man auch schnell dazu, nichts zu hinterfragen. Doch die Realität sieht leider ein wenig anders aus.

Genauso wie konventionelle Fahrzeuge müssen auch E-Autos erst mal produziert werden. Die Achillesferse ist hierbei die Batterie, aus der ein Elektroauto seine Energie bezieht. Zum Beispiel wiegt der Battery Pack vom Tesla Model S knappe 500 kg (ohne den Rahmen). Eine schönes Gewicht, das vornehmlich aus Leicht- und Schwermetallen herstellt wird. Allein die Gewinnung der Metalle und die Produktion der Batterie verursacht rund 150 bis 200 Kilo Kohlendioxid-Äquivalente pro Kilowattstunde Speicherkapazität, was in einer schwedischen Studie analysiert wurde.

Für das Tesla Model S wären dies 17,5 Tonnen CO2, die allein für die Batterie anfallen. Damit könnte man ca. 8 Jahre mit einem konventionellen Brennstoff durch die Gegend fahren. Schaut man sich nun die Nutzungsdauer von Autos und im Speziellen die Lebensdauer von solchen Batterien an, wird man nach 8 Jahren bereits über einen Ersatz nachdenken müssen. Folglich würde sich der positive CO2-Effekt nach 8 Jahren gar nie einstellen, da wieder eine neue Batterie produziert werden muss.

Wie grün ist der Strom wirklich?

Auch das Thema Ökostrom ist aktuell wenig hilfreich. Zur schlechten CO2-Bilanz der Batterie gesellt sich auch noch der CO2-Ausstoss für die Stromproduktion. Der Anteil von Ökostrom in Deutschland liegt bei knapp 32 Prozent. Folglich werden immer noch 68 Prozent aus nicht erneuerbaren Energieträgern produziert, die von der Atomkraft abgesehen, alle CO2 verursachen. Auch diese Werte müssen in der Umweltbilanz der Elektroautos berücksichtigt werden.

CO2-Emissionen Verkehrsmittel

Abb.: UPI-Bericht Nr. 79 / Umwelt- und Prognose-Institut e.V.

Im direkten Vergleich zu Benzin- und Dieselfahrzeugen sind die CO2-Werte von Elektroautos nicht viel besser, was das UPI im Bericht "Ökologische Folgen von Elektroautos" festgehalten hat. Der Schein trügt also gewaltig! Denn nur weil ein E-Auto keine direkten Emissionen verursacht, fallen in der gesamten Produktionskette zur E-Nutzung trotzdem CO2-Emissionen an.

Seltene Erden mit radioaktivem Abfall

Das Element "Neodym" kennen einige aus dem Bereich von leistungsstarken Dauermagneten. Neodym zählt zu den "Metallen der Seltenen Erden" und ist für die Produktion von Elektroantrieben sehr wichtig. Der Abbau von Neodym ist allerdings schwierig und erfolgt zu 90 Prozent in China. Der ganze Prozess der Neodym-Gewinnung inklusive der Aufbereitung gilt es extrem umweltschädlich, da hierbei radioaktive Abfallprodukte wie Uran und Thorium entstehen. Neodym wird zudem auch bei der Produktion von Windrädern eingesetzt. Radioaktiver Abfall für erneuerbare Energien! Ein schmutziges Geheimnis, das grüne Politiker nur allzu gerne verschweigen.

Verbot von Verbrennungsmotoren

In Großbritannien will man Verbrennungsmotoren ab dem Jahr 2040 verbieten und auch in Deutschland wurde mit 2030 schon mal eine Jahreszahl von den Grünen in den Raum geworfen. Jetzt kann man sich natürlich die Frage stellen, auf welcher Basis solche Entscheidungen und Aussagen getroffen werden. Vielfach spielt natürlich Populismus eine große Rolle. Vernünftig ist es jedenfalls nicht.

Für unsere Autoindustrie entsteht so ein Zugzwang, eine über Jahrzehnte optimierte Verbrennungs- und Antriebstechnik zeitnah gegen eine scheinbar modernere, grünere Technik zu ersetzen. Mit all den Folgen, die uns dann in den nächsten Jahrzehnten durch solche vorschnellen Entscheidungen treffen. Der Umwelt wird es mit Elektroautos, die nach dem heutigen Stand produziert und betrieben werden, nicht besser gehen.

Forschung- und Entwicklung sind wichtiger

Der heutige Zeitgeist ist schnelllebig. Technik für Konsumenten (TV, Smartphones, Tablets, ...) wird alle paar Monate erneuert und ausgetauscht - ob es sinnvoll ist oder nicht. Da ist es natürlich verführerisch solche kurzen Umsetzungszeiten auch auf andere Bereiche übertragen zu wollen. Aber ein Auto ist nun mal komplexer als ein Smartphone. Die bestehenden Antriebstechniken sind über Jahrzehnte der Forschung- und Entwicklung entstanden. Und genau hier sollte der Ansatz für Elektroautos erfolgen. Bis man über ein Verbot für Verbrennungsmotoren diskutieren kann, sollten erst mal die Elektroantriebe und auch die Speichermöglichkeiten optimiert und ökologisch verbessert werden.

Bildquelle: UPI-Bericht Nr. 79 / Umwelt- und Prognose-Institut e.V.

    6 Kommentare

  1. weotui sagt:

    Ihr Artikel ist faktisch korrekt, dennoch wirft ein verzerrtes Bild auf die Elektromobilität. Neodym, z.B. steckt in fast jedem, starkem Magneten, der heutzutage in hochwertigen Geräten eingesetzt wird, wie Kernspintomographen, Mikromotoren und Festplatten, Schritt- und Servomotoren, Modellbau-Antrieben, Linearmotoren für Positionier-Achsen (z. B. in CNC-Maschinen, 3D-Druckern, Robotern), und hochwertigen Lautsprechern und Kopfhörern (Quelle: Wikipedia).
    Das drohende Verbot von Verbrennungsmotoren ist keine bösartige Reaktion auf den aktuellen Umweltskandal, sondern eine Verzweiflungstat der Politik, die auf die Empörung der Bevölkerung reagieren muss.
    Anders als ein mit Verbrennungsmotor ausgeliefertes Auto, wird ein Elektroauto während seiner Lebensdauer jeden Fortschritt bei der Energiegewinnung und der Sauberhaltung der Luft mitmachen, ohne dass es nachgerüstet werden müsste.
    Der Fortschritt bei den Batterien steht nicht still, die Aussichten für leichtere und in der Herstellung umweltfreundlichere Batterien stehen nicht schlecht (Sie könnten zum Ausgleich auch darüber berichten)

  2. Redaktion sagt:

    Es wird ja auch nicht behauptet, dass Neodym ausschließlich in der E-Auto-Produktion verwendet wird, natürlich ist es genauso in allen anderen Bauteilen und Produkten umweltschädlich.

    Und natürlich ist auch noch viel Luft für Verbesserungen vorhanden, da wird sicherlich noch mehr entwickelt werden. Aber es ist eben der falsche Zeitpunkt zum heutigen Entwicklungsstand die aktuelle E-Mobiliätssysteme als Lösung für alle CO2-Probleme und als umweltschonenden Ersatz für Verbrennungsmotoren zu deklarieren.

    Das ist genauso verfrüht, wie bei Tesla von einem etablierten Autobauer zu sprechen, der seine Modelle vor dem Start ausgiebig testet. Da werden Prototypen, die man bei den normalen Autobauern nach kurzer Zeit wieder einstampft, als Serienfahrzeuge deklariert. Und die Leute kaufen das Zeug auch noch zu völlig überzogenen Preisen.

  3. Willi Wutz sagt:

    Blöd nur, dass zb Tesla mit Asynchron-Drehstrom-Motoren fährt. Und die haben KEINE Magneten. Also doch nicht Radioaktiv...

  4. Henri Unterluggauer sagt:

    Der Schreiberling hat nur aus dem hören, sagen zitiert und sich nicht die Mühe gemacht, die Studie des IVL Institutes aus Schweden zu lesen. Die Studie ist nur eine Zusammenfassung anderer Studien, teilweise aus 2007, ohne eigener Nachweise, Begründungen oder Belege. Die Abhandlung zeigt auch nur die Spannweiten der Umweltbelastung bei der Herstellung unterschiedlicher Batterietypen. Eine Teslabatterie mit der derzeit verwendeten Batteriezelle 18650 wird in der Studie überhaupt nicht bewertet. Das tatsächliche Batteriegewicht der Teslabatterie stimmt auch nicht. Sehr schlechter Journalismus.

  5. Mario F. sagt:

    Ich erinnere mich noch gut an die Propaganda der DDR - politische gewollte Sachverhalte wurden stets einseitig dargestellt. Und auch die USA ist mit ihrer Lobbypolitik in der Lage von Krieg für den Frieden zu schwafeln. Insofern ist dieser drittklassig-einseitige Bericht eigentlich nicht der Rede Wert. Trotzdem:

    1. Die ersten Autos fuhren elektrisch: bereits 1888. In den USA dominierten Elektrofahrzeuge in den Großstädten bis zum Anfang der 20-iger Jahre. Ford und GM machten durch Aufkauf der Elektrostrassenbahnen ihre Produkte mit Verbrennungsmotoren erst zum Massenprodukt. Die Politik assistierte dabei. Lernpunkt1: Der Markt muss nicht unbedingt das effizientere Produkt annehmen, wenn die demokratische Kontrolle nicht funktioniert.

    2. Der Artikel richtet sich im Wesentlichen gegen TESLA, die das Kartell der "Premium"-Hersteller durchbrechen. Die Hersteller kooperieren beim Betrug am Kunden - billiger wäre es gewesen die Batterieforschung nicht aufzugeben oder Panasonic zu überlassen. Lernpunkt2: VW wie auch Daimler Vorstände geben ihren Innovationsrückstand gegenüber TESLA öffentlich zu.

    3. Kein Fahrzeughersteller auf der Welt war bereit genug Geld für die Entwicklung der Elektromobilität in die Hand zu nehmen. Die Forschungskapazitäten und das Personal sind vorhanden. Lernpunkt3: 10 Jahre wissentlich zu spät begonnene Technikentwicklung von VW u.a. betrügerisch agierenden Konsorten sind nicht zu Lasten TESLAS zu legen.

    4. TESLA will nichts weniger als eine energetische Revolution loszutreten, die eben Co2 ABSOLUT vermeiden will, noch mehr die Umwelt insgesamt schützen soll. Daher verdoppelte TESLA die Weltproduktion von Stromspeichern und liefert Photovoltaik-Anlagen für Dächer. Ein regenerativer Energiekreislauf. Was leistbar ist zeigt das aktuelle Projekt in Australien. In 100 Tagen entsteht der größte Batteriespeicher der Welt, der Windstrom für Flauten zwischenspeichert. Gelingt dies nicht, verschenkt TESLA diese 100 Millionen teure Anlage. Lernpunkt4: Risiken gehören zu Innovationen um Chancen erst zu ermöglichen.

    5. TESLA wird zukünftig noch mehr darauf achten, dass sämtliche eigene Produkte Co2 NEUTRAL hergestellt werden. Auch andere Umweltparameter gehören zur Produktionskette dazu, die weit über den aktuellen Standards der "Premiumhersteller" liegen. Die Studie, die hier sinnfrei zitiert wird, vergleicht nur konventionell produzierte Fahrzeuge. TESLA gehört NICHT dazu - deren Energiebilanz ist durch die effiziente Produktion und durch regenerative Energienutzung von Beginn an optimierter - und wird es zunehmend mehr werden. Lernpunkt5: Folgenabschätzungen von Produkten kennzeichnen umweltfreundliche Produkte - alles andere ist Schönfärberei.

    6. Die Frage ist nicht ob die Energiewende kommt, sondern WER sich macht. TESLA gibt alle seine Patente zur kostenfreien Nutzung weiter: Daimler nutzt TESLA-Technologie bereits für den Smart und die B-Klasse (E). Lernpunkt6: Fortschritt zu negieren oder schlecht zu reden macht nur für Lobbyisten Sinn.

    7. TESLA investiert statt Gewinnmaximierung anzustreben. Mit Produkten die ganzheitlich einen Sinn ergeben: umweltfreundlich, kundenfreundlich UND wirtschaftsfreundlich. Lernpunkt7: 7. Konzerne sind profitorientiert, Manager geben gewinnmaximierten Produkten den Vorzug - die Gesellschaft hat diese Wirtschaftsdominanz in Interessenabwägung zu bringen, wenn Unvernunft agiert.

    8. Solche Artikel zu schmieren zeigt wie unjournalistisch hier gepostet wird. Ich glaube, das der Autor nicht einmal das Detailswissen zur vor 11 Jahren schon verkündeten Strategie von TESLA hat. Vor dem Konzernaufbau wurde jeder einzelne Schritt genau kommuniziert - auch die Risiken - und wichtiger noch: die VISION auf dieser Welt etwas konstruktiv ändern zu wollen. Lernpunkt8: Das einfachste Handwerkszeug für seriöse Medien lautet: KEINE einseitigen Darstellungen.

    FAZIT: Ein Gewinn für die Menschheit ist eben etwas anderes als leistungsloses Gewinnstreben an der Börse . . .

  6. Redaktion sagt:

    @Willi Wutz
    Der Artikel bezieht sich nicht nur auf Tesla. Andere Hersteller verwenden Synchronmotoren, und die laufen mit Neodym.

    @Henri Unterluggauer
    Nur weil die Teslabatterie in der Studie nicht enthalten ist, bedeutet das doch nicht, dass diese CO2-Neutral produziert wird? Li-Ion-Akkus werden auch nicht von Tesla aus der Luft gezaubert. Und zur Gewichtsangabe: Die Werte zum reinen Rohstoffanteil sind nirgends explizit angegeben. Zudem gibt es verschiedene Größen. Wir sind von 75% auf 600-700 kg für die größte Stufe ausgegangen. Mit unserer Angabe liegen wir nicht ganz so falsch. Wenn Sie da besser Zahlen haben, wir sind offen für Updates.

    @Mario F.
    Die Investoren bei Tesla sind also alles Gutmenschen, die langfristig keine Rendite sehen wollen? Man lockt Kunden der ersten Stunde mit gratis Strom, jetzt fährt man das Konzept zurück, sobald man die Modelle für die breitere Masse präsentiert: klassisches Produktmarketing.

    Von den Infrastrukturproblemen haben wir in diesem Artikel noch gar nicht gesprochen, die kommen noch hinzu. Ob nun bei Tesla oder anderen Herstellern. Sobald es nicht mehr nur ein Nischenprodukt ist, braucht es so viele Ladestationen, dass es nicht mehr praktikabel ist, solange eine Ladung immer noch 30 Minuten und länger dauert.

    Hierzu ein paar Rechenenbeispiele bei den Kollegen der Welt-Redaktion: http://ps.welt.de/2015/12/02/der-grosse-irrtum-mit-dem-tesla/

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