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Geschrieben von Tobias Selb am 29. Januar 2016

Negativzins schickt Yen auf Talfahrt

Japan und der Yen

Ganz überraschend führte die Bank of Japan an diesem Freitag einen negativen Leitzins von -0,1% ein. Sie stellte außerdem noch weitere, künftige Zinssenkungen in Aussicht. Gute Nachrichten waren diese in erster Linie für den gestern noch sehr angeschlagenen US-Dollar. Er stieg zum Ende der Handelswoche gegenüber dem japanischen Yen an, das Währungspaar USD/JPY kletterte bis auf ein Hoch bei 121,63 JPY.

BoJ greift zu bewährten Mitteln

Mit der Einführung eines negativen Zinssatzes verhindern die japanischen Währungshüter gezielt, dass die Banken des Landes ihr Geld bei der Notenbank parken. Stattdessen, so ist es geldpolitisch gewünscht, soll dies in Form von Krediten in Umlauf gebracht werden.

Noch bis vor kurzem hatte der Chef der BoJ Haruhiko Kuroda vehement Pläne für Negativzinsen bestritten. Doch bislang war die Wirtschaftspolitik des Premiers Shinzo Abe, die so genannte Abenomics, kaum von Erfolg gekürt. Trotz der massiven Unterstützung der Aktienmärkte blieben die gewünschten Folgen aus. Mit Hilfe des sehr expansiv ausgerichteten geldpolitischen Kurses zielte die Zentralbank darauf ab, die japanische Wirtschaft und Konjunktur anzukurbeln.

Gezielte Schwächung der Landeswährung

Ganz klar lässt sich der heutige Zinsschritt als eine Fortsetzung oder Ausweitung der bisherigen Maßnahmen von Japans Notenbankern verstehen. Die Intention der Währungshüter ist es, die eigene Landeswährung Yen gezielt zu schwächen. Seit Jahresbeginn notierte diese gegenüber den anderen Hauptwährungen recht hoch und war als Safe-Haven-Währung gefragt.

Ein schwacher Yen jedoch wirkt sich positiv auf die Exporte des Landes aus, insbesondere in den wichtigen Markt China. Anders als in Europa ist die Inflation Japans mit knapp 1% stabil und historisch betrachtet sogar recht hoch. Eine Deflationsgefahr besteht damit also nicht.

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