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Geschrieben von Tobias Selb am 21. Januar 2016

Euro nach EZB-Sitzung angeschlagen

Europa und der Euro

Rot markiert auf dem heutigen Wirtschaftskalender und das Highlight der Handelswoche war die Sitzung der Europäischen Zentralbank an diesem Donnerstag. Viel neues hatten die Währungshüter nicht zu berichten, doch sie sendeten ein unmissverständliches Signal: Man möchte sich die Möglichkeit weiterer Lockerungsmaßnahmen offen halten, bereits im März könnte die Geldpolitik den globalen Begebenheiten angepasst werden. Die Märkte reagierten prompt und schickten den Euro auf Talfahrt.

Draghi voller Lob für expansiven Kurs der EZB

In weiter Ferne ihrer Zielmarke bei knapp 2% verharrte die Inflation des Euroraums. Auch die wirtschaftliche Erholung schreitet nur langsam voran. Dennoch zeigte sich Notenbankchef Mario Draghi optimistisch, im Gegensatz zu vorherigen Sitzungen beschwor er heute keine Horrorszenarien von drohender Deflation oder konjunkturellen Einbußen hervor.

Vielmehr lobte er die Wirksamkeit seiner eigens verabreichten Medizin: Nullzinspolitik, ergänzt von einem milliardenschweren Anleihekaufprogramm zeigten in den vergangenen Monaten Auswirkungen auf die realwirtschaftliche Situation. Als Folge dieses neuen Optimismus gab es heute wie erwartet keine neuen geldpolitischen Schritte, Leitzins wie Anleihekaufprogramm blieben von Änderungen unberührt.

Währungshüter bereit zu neuen Maßnahmen

Trotz der Tatenlosigkeit der EZB rutschte die Gemeinschaftswährung am Mittag unweigerlich unter die Marke von 1,08 USD und erreichte bei 1,0791 USD ein Sitzungstief. Grund für diese Marktreaktion war die leichte Drohung, die auch heute wieder in den Worten Draghis mitschwang: Wenn es die Situation erfordere, verfügten die europäischen Währungshüter über die Entschlossenheit und Kraft zu handeln.

An dieser Stelle gab sich der Chef der Zentralbank doch noch einmal gewohnt sorgenvoll. Seit Dezember seien die Risiken für die hiesige Wirtschaft bedrohlicher geworden. Geldpolitische Krisen, fallende Ölpreise sowie die Turbulenzen am chinesischen Aktienmarkt drohten ihre Spuren in Europa zu hinterlassen.

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