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Geschrieben von forextotal am 15. Januar 2015

Schweizer Zentralbanker überrumpeln Devisenmärkte

Trading-Chart

Vor mehr als drei Jahren hat die Schweizer Notenbank SNB einen Euro-Mindestkurs von 1,20 Franken eingeführt. Diesen haben die Währungshüter heute überraschend aufgegeben und damit für helle Aufregung an den Märkten gesorgt: Der DAX sackte auf 9.637 Punkte, der schweizer SMI-Index verlor rund 6% und das Währungspaar EUR/CHF rutschte kurzzeitig unter die Parität. Rund 20% seines Werts gegenüber dem Franken musste der Euro heute einbüßen.

Mindestkurs gehört der Vergangenheit an

Über den Mindestkurs legte die Schweizer Zentralbank fest, dass der Euro mindestens 1,20 Franken wert sein musste. Sie reagierte damals mit dieser Maßnahme auf eine deutliche Überbewertung des Franken, die von einer starken Verunsicherung der Finanzmärkte herrührte.

So erklärte die SNB ihren heutigen Beschluss auch damit, dass sich die Situation seitdem merklich entspannt habe. Zugleich verwies die Notenbank auf die stark divergierenden geldpolitischen Ausrichtungen der Währungsräume USA und Europa, die sich in der jüngsten Zukunft noch weiter voneinander entfernen dürften. Was in der Folge zu einem deutlichen Wertverlust des Euros gegenüber dem US-Dollar führte, hat auch den Schweizer Franken massiv beschädigt. Vor diesem Hintergrund sah die SNB keine Rechtfertigung mehr dafür, am Mindestkurs festzuhalten.

Ein Graus für schweizer Exporteure

Dieser Kurswechsel der Schweizer kam für die Devisenmärkte überraschend, verteidigte die SNB doch in den vergangenen Monaten noch den Mindestkurs vehement. Einige Anleger werten deshalb das überstürzte Vorgehen als Indiz für den bevorstehenden Beschluss von QE-Maßnahmen durch die EZB. In jedem Fall wird der Franken eine deutliche Aufwertung erfahren, einige Analysten rechnen damit, dass sich die beiden Währungen auf Parität einpendeln werden.

Um einem zu starken Wertgewinn des Franken vorzubeugen, hat die SNB heute auch den Strafzins für Guthaben auf Girokonten über einem festgesetzten Freibetrag verschärft. Er beträgt jetzt minus 0,75%. Auch der schweizer Referenzzins sinkt auf minus 1,25 bis minus 0,25%.

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