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Geschrieben von Redaktion am 19. November 2013

Asmussen verteidigt die Leitzinssenkung

Zentralbank (EZB)Obwohl der Leitzins schon seit Monaten als historisch tief bezeichnet wird, senkte die Europäische Zentralbank ihn erneut. Nicht nur die Sparer sind empört, auch aus den Reihen der Verbraucherschützer und der Politik hagelt es Kritik. Als Direktoriumsmitglied der Europäischen Zentralbank meldete sich vor wenigen Tagen Herr Asmussen zu Wort und verteidigte die Maßnahme.

Warum wurde der Leitzins erneut gesenkt?

Keine Frage, einigen Ländern im Euro-Raum geht es wirtschaftlich schlecht und immer wieder müssen Rettungsschirme gespannt werden. Die Gründe dafür sind unterschiedlich, die Ziele identisch. Alle brauchen Geld, um die Wirtschaft wieder zu beleben. Auf diese Weise werden Arbeitsplätze geschaffen, der Konsum steigt und dadurch fließen wieder Steuereinnahmen in die Staatskassen. Jetzt beginnt die Logik der EZB. Je geringer der Zinssatz für Kredite ist, desto mehr können die betroffenen Länder aufnehmen. Daher ist es auch für Herrn Asmussen denkbar, dass der Leitzins auf 0% gesenkt wird, damit die benötigten Gelder noch günstiger werden. Dabei wird von der EZB aufmerksam beobachtet, wie sich die Inflationsrate im Euro-Land gestaltet. Je niedriger dabei der Prozentsatz ist, desto tiefer darf nach Meinung der Experten der Leitzins sinken.

Gegner der Maßnahme sehen viele Nachteile

Dass etliche Banken den niedrigen Zins nicht an ihre Kunden weitergeben, ist nur ein Grund der Kritik. Auch die Tatsache, dass die Ersparnisse der Bürger kontinuierlich an Wert verlieren, ruft sowohl Politiker als auch Verbraucherschützer auf den Plan. Die Lebensversicherer können ihre fest zugesagten Dividenden nicht auszahlen, da sie kaum noch in der Lage sind, das Kapital gewinnbringend anzulegen. Es besteht also die Gefahr, dass sich der Abschluss einer Lebensversicherung nicht mehr rechnet. Das gilt ebenfalls für einige Verträge, die zur privaten Rentenversicherung abgeschlossen wurden. Ein Argument der Experten liegt darin zu bemerken, dass die betroffenen Länder jetzt zwar billiges Geld bekommen können, die Gefahr ist dann aber, dass sie die Reformen nicht mehr so streng durchführen wollen. Ihnen wird der Druck genommen, durch Einsparungen ihre Lage in den Griff zu bekommen.

Viele vergleichen die jetzige Situation im Euro-Raum mit Japan

Über zwanzig Jahre wollte Japan mit einer Nullzinspolitik die Wirtschaft ankurbeln und die Staatsfinanzen aus der Krise holen. Diese Maßnahme zeigte zu keiner Zeit den gewünschten Erfolg. Das Gegenteil war der Fall. Japan muss mit einer enormen Verschuldung zurechtkommen und hat Mühe, die aufgenommenen Gelder zurückzuzahlen. Kaum ein Bereich in der japanischen Wirtschaft konnte aufgrund der niedrigen Zinsen profitieren.

Weiterer Kritikpunkt

Bei dem Beschluss der EZB gibt es einen weiteren Punkt, der den Kritikern zu denken gibt. Waren es doch nur die Südländer, welche die Zinssenkung durchsetzen wollten. Obwohl Bundesbankpräsident Weidmann und einige seiner Kollegen der mittel- und nordeuropäischen Notenbanken versuchten, den Beschluss zu verhindern, wurden sie von den Kollegen der südlichen Banken überstimmt. Es stellt sich also die Frage, ob die EZB wirklich ein neutrales Organ im Euro-Raum ist.

Bildquelle: goodstock / fotolia.com

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