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Geschrieben von forextotal am 19. Oktober 2011

Euro-Rettungsschirm soll auf 2-3 Billionen gehebelt werden

Europa und der EuroDie Schuldenkrise wird uns wohl noch eine ganze Weile beschäftigen. Nachdem nun die weiteren Rettungspakete beschlossen wurden, sind innerhalb des EFSF (European Financial Stability Facility) 440 Milliarden Euro zugesichert. Ein stolze Summe um Krisenländern wie Griechenland aus der Patsche zu helfen. Das Problem ist nur, wenn Italien und Spanien nun auch noch Geld brauchen, dann reichen die 440 Milliarden bei weitem nicht aus. Hier müssten dann schon Beträge jenseits der Billionengrenze herhalten. Nun ist man auf die "tolle" Idee gekommen, man könne den Rettungsfonds EFSF "hebeln". Der Hebeleffekt ist ja auch vor allem beim Forex-Handel das Mittel der Wahl. Mit ihm kann man mit Geldmengen handeln, die man schlicht gar nicht hat, und sichert diesen Handel mit einer Margin ab. Im Fall des EFSF wären die restlich verbleibenden Zusicherungen aus dem Rettungsschirm die Sicherheitsleistung.

Laut einem Bericht hält der Finanzanalyst Torge Middendorf einen 8-fachen Hebel in diesem Fall für realistisch. Dies würde eine Summe von knapp 2,6 Billionen Euro bedeuten. Wohlgemerkt wären diese nur mit 330 Milliarden abgesichert. Nun könnte man denken, was beim Forex-Handel funktioniert, geht auch um großen Stil bei der Rettung vom maroden Staaten. Aber was passiert, wenn die Sicherheiten aufgebraucht sind? Beim Devisenhandel kommt dann der Margin-Call, der Trader muss seinen Verlust realisieren, wenn die Sicherheiten unterschritten werden. Im Falle des EFSF muss auch jemand dafür bürgen, was letztlich die EZB sein wird. Wozu führt das Ganze? Entweder die EZB druckt neues Geld und steigert somit die Inflation, oder die Euro-Staaten müssen Geld locker machen. So oder so, die Zeche zahlen im Endeffekt die Gleichen.

Ein System, was auf Schulden beruht, damit Wachstum und Sicherheit garantiert werden können, muss früher oder später scheitern. Man kann doch nicht Milliarden für einen Rettungsschirm zusichern, die man selbst nicht hat, denn alle Staaten haben Schulden. Und dieses "Luftgeld" wird dann noch mit Fremdkapital (neuen Schulden) gehebelt und in Systeme gepumpt, die schlecht organisiert sind und neue Verluste verursachen (marode Staatshaushalte). Die Zinsen kassieren private Gläubiger (Banken, andere Staaten, Fonds und auch der Kleinsparer), die Verluste tragen am Ende die Staatsbürger gemeinsam. Es ist ansich schon komisch, wenn man das Verlustrisiko von Staatsanleihen auf diesem Weg absichern lässt. Dafür kassieren dann die privaten Gläubiger solide Zinsen und haben im Gegenzug kein oder nur ein geringes Ausfallrisiko. Da sage noch einer: "There is no free lunch". Am besten investiert man kräftig in diese Anleihen und sahnt die Zinsen ab, das Risiko und den Verlust trägt dann der Nachbar, der keine Anleihen hat.

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