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Geschrieben von forextotal am 18. Mai 2011

Belastet Griechenland den Euro nachhaltig?

Europa und der EuroIn den letzten Wochen ziehen die Unwörter Euro-Krise und Euro-Rettungspaket ihre Kreise durch die Medien. Bei Spiegel-TV zeigte man Bilder von randalierenden Griechen und von Generalstreiks. Es wurde als Untergangsstimmung bezeichnet. Allerdings sollte man die Medien nicht immer gleich beim Wort nehmen. Bis ein Land untergeht und komplett in Chaos und Anarchie versinkt, vergeht eine lange Zeit und da braucht es mehr als ein "paar" Milliarden Staatsschulden. Natürlich sind Milliardenbeträge kein Pappenstiel, in einer Volkswirtschaft sind solche Beträge allerdings immer relativ zu sehen.

Staatsschulden

Wo hat ein Land seine Schulden? Nun, ein Land bezieht sein Kapital aus anderen Ländern, dafür zahlt es entsprechende Zinsen. Frisches Geld wird benötigt, wenn die eigene Wirtschaftsleistung nicht ausreicht, um die Ausgaben decken zu können. Wer einen Importüberschuss hat, dem droht zwangsläufig das Geld auszugehen. Wenn Griechenland also jährlich 50-60 Milliarden mehr importiert, als Exporte neues Geld in die leeren Kassen bringen, dann ist das natürlich sehr schlecht. Hier bringen dann auch Rettungspakete wenig, die im gleichen Rahmen angesetzt werden, denn somit ist das Problem nur aufgeschoben.

Griechenlands Gläubiger

Frankreich 75 Mrd.
Schweiz 64 Mrd.
Deutschland 43 Mrd.
USA 16 Mrd.
Grossbritannien 12 Mrd.
Niederlande 12 Mrd.
Portugal 10 Mrd.
Irland 8 Mrd.

Schaut man sich die Liste der Gläubiger an, so sieht man eigentlich, dass die Krise in Griechenland nicht nur die Euro-Zone betrifft. Auch die Schweiz und die USA sind betroffen, denn auch sie haben Griechenland Geld geliehen. Ja auch Grossbritannien hat keinen Euro. Die Frage ist daher eher, wie groß ist der Schaden, den die Gläubiger zu tragen haben? Wird dieses Geld als Verlust abgeschrieben, muss es irgendwo herkommen. Wenn dies nur über neues Geld von den Notenbanken passiert, dann droht den Ländern eine gesteigerte Inflation und somit eine Geldentwertung, die alle zu tragen haben. Was dann nicht nur die Euro-Zone betrifft, sondern auch die Schweiz und die USA.

Schaut man sich den Schweizer Franken an, so sieht man, dass dieser stärker ist denn je. Und das obwohl auch die Schweiz von der Griechenland-Krise stark betroffen ist. Es geht also eher um die Wahrnehmung und das Vetrauen in eine Währung. Einen totalen Kollaps kann man aber wohl ausschließen, denn wenn sich Länder untereinander Geld leihen, gibt es zumindest immer ein Land, das mehr Geld verliehen hat, als es selbst Schulden bei anderen Ländern hat. Wo es Verlierer gibt, gibt es auch immer einen oder mehrere Gewinner. Der Untergang des Abendlandes ist also noch weit entfernt.

    1 Kommentar

  1. rhein main sagt:

    Jetzt kostet es uns in Deutschland richtig Geld. In weniger als zwei Monaten geht den Griechen das Geld aus. Sollten die EZB und der IWF bis dahin nicht genügend Hilfsgelder bereitstellen, wird das Land am 18. Juli zahlungsunfähig sein. Sehr schön, wir arbeiten, dass es den Griechen gutgeht. Warum auch nicht. Die einen müssen arbeiten, die anderen feiern. Nur was passiert, wenn die die arbeiten, nicht mehr arbeiten wollen.

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