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Geschrieben von forextotal am 2. Juli 2013

Schweizer Franken als Fluchtwährung

Schweizer Franken (CHF)Vor allem durch die Schuldenkrise war der Schweizer Franken wieder in aller Munde oder besser gesagt auf vielen Konten. Das Business-Netzwerk "Swiss Innovation" beschrieb es in einem seiner Veröffentlichungen wie folgt: "Trotz aller Bemühungen nimmt die Euro-Krise weiter an Fahrt auf. Immer mehr Anleger bringen ihr Geld daher in den sicheren Hafen: Der Schweizer Franken ist die Fluchtwährung Nummer eins." Das Ergebnis dieser eiligen Geldverschiffung war ein stetig ansteigender Kurs des Franken, welcher sogar temporär Parität erlangte.

Schweizer Nationalbank als Retter?

Der Schweizer Franken erlebte bereits im Jahr 2007 eine Renaissance. Die damalige Finanzkrise hatte der Währung unseres Nachbarlandes neuen Aufschwung gebracht. Aufgrund des exzellenten Rufes der Werbung als vertrauenswürdig und solide mussten die Schweizer Kreditinstitute nicht lange auf den Strom der zahlreichen Anleger warten. Egal ob bei der Wirtschaftskrise 2007 oder den ökonomischen Problemen in den USA, der Schweizer Franken behielt Oberwasser, während der Euro stets Kursverluste realisierte. Im August letzten Jahres war der Schweizer Franken nach einem sechsmonatigen konsequenten Einstieg und nach 28% Zuwachs fast einen Euro wert. Der Ansturm auf die Schweizer Banken nahm dabei mitunter skurrile Auswirkungen an. Schweizer Banken wurden von Anlegern dafür bezahlt, damit sie sich Geld leihen. Die Volkswirtschaft der Schweiz hat nur begrenzte Kapazitäten und ist vergleichsweise klein. Somit treffen hier ein beschränktes Angebot und eine enorme Nachfrage aufeinander. Dies führt zu einer Übertreibung. Um eine Kursrallye des Schweizer Franken zu verhindern, schaltete sich die Schweizer Nationalbank ein. Um die eigene Wirtschaft, den Kurs des Franken und den Tourismus zu schützen, wandte die Nationalbank Milliardenbeträge auf. Die Bank kauft auch weiterhin Euros auf und versucht so die Schere zwischen dem Euro- und dem Frankenkurs möglichst gering zu halten.

Des einen Freud, des anderen Leid

Während sich vor allem die deutschen Anleger freuen, ihr Geld sicher in der Schweiz zu wissen, haben die Schweizer deutlich mehr Probleme. Ökonomen warnen sogar davor, dass der Schweizer Franken deutlich überbewertet ist. Der Kurs der Schweizer Währung hat sich bereits von der Realwirtschaft abgewandt und ist daher vor allem für Spekulanten äußerst interessant. Für die Wirtschaft der Schweiz ist eine weitere Kurssteigerung jedoch nachteilig. Steigt der Kurs weiter, um wie zuletzt 28 Prozent, so sind Waren und Maschinen Schweizer Hersteller für Euro-Kunden um diesen Prozentsatz teurer. Anleger mit einem Schweizer Konto stört dies jedoch wenig. Allerdings achten die Ämter mit Argusaugen darauf, ob man zu einer geschäftlichen Beziehung mit einem Schweizer Bankhaus verfügt. Ist dies der Fall, werden vermehrt Prüfungen der monetären Situation vorgenommen. Auch der deutsche Fiskus hat die Abwanderung deutscher Spareinlagen in die Schweiz bemerkt und versucht nun der Lage Herr zu werden, um Steuerhinterziehungen vorzubeugen oder ihnen auf die Schliche zu kommen.

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