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Geschrieben von forextotal am 28. Juni 2013

Grundlagen der Elliott-Wellen-Analyse

Elliott-WellenDie Theorie der Elliott-Wellen wurde von Ralph Nelson Elliott (1871-1948) in den 1930er-Jahren entwickelt. Er fand während einer langen Krankheit heraus, dass sich in den Kursverläufen von Aktienwerten wiederkehrende Muster erkennen lassen. Im weiteren Verlauf seiner Analysen entdeckte er die fraktale und zyklische Ausbreitung von Wellenmustern. Damit schuf Elliott zum ersten Mal eine Analysemethode, die sich an der Psychologie der Marktteilnehmer ausrichtet. Demnach ist jede Welle ein direktes Ergebnis von Optimismus und Panik. Daraus entwickelte er im Umkehrschluss die These, dass nicht die Nachrichten den Markt bestimmen, sondern eine Nachricht nur den Auslöser für eine vorher manifestierte Meinung der Markteilnehmer darstellt.

Die Basis der Elliott-Wellen-Theorie

Elliott benutzte für jede Bewegung, egal ob der Basiswert haussiert oder in einer Baisse steckt, den Begriff "Welle". Das einfachste Grundmuster einer Antriebswelle in der Wellen-Theorie kann in Abbildung 1 betrachtet werden.

Elliott-Wellen: Abbildung 1

Wie zu erkennen ist, liegt in der Richtung des Antriebsimpulses eine in 5 fraktale Wellen unterteilte Struktur vor. Dabei ist es zwingend notwendig, dass die Wellen 1,3 und 5 sich in die Richtung des Impulses bewegen. Im Gegensatz dazu müssen die Wellen 2 und 4 in die entgegengesetzte Richtung weisen. Somit ist die Elliott-Wellen-Theorie eine logische Weiterentwicklung der von Charles Dow entwickelten "Dow Theorie". Diese beschreibt analog dazu, dass in jedem gesunden Aufwärtstrend ein neues Hoch höher liegt als das Vorangegangene.

Antriebs- und Korrekturwellen

Wie in der ersten Abbildung entnommen werden konnte, besteht eine Antriebswelle aus 5 Unterwellen. Nach jeder Welle, die ein neues Hoch erreicht (Welle 1,3 und 5), sollte eine kleine Korrektur (Welle 2 und 4) folgen, die jedoch nicht das Tief der vorangegangenen Korrekturwelle unterschreiten sollte. Die Antriebswellen sind der wichtigste Indikator für die Trend-Richtung, in die der Elliott-Trader handeln sollte.

Da aber kein Kurs permanent neue Hochstände ohne Verschnaufpause erreichen kann, werden Korrekturwellen hervorgebracht. Ein Markt, der sich in einer Korrektur befindet, schwebt in einem Zustand zwischen Optimismus und Panik. Als direkte Folge sinkt das umgesetzte Handelsvolumen und damit fallen die Wellenbewegungen deutlich kleiner aus. Somit besteht die Korrekturwelle immer nur aus drei Wellen. Die erste Welle bildet ein neues Tief, die zweite ein niedrigeres Hoch und die dritte Welle sollte den letztendlichen Auslaufpunkt der Korrektur darstellen.

Elliott-Wellen: Abbildung 2

Um den Charakter der beiden Wellenarten zu verdeutlichen, sollte ein Blick auf die Abbildung 2 geworfen werden. Für die bessere Unterscheidung der beiden Wellenarten werden durch Elliott die Antriebswellen mit Zahlen und die Korrekturwellen mit Großbuchstaben gekennzeichnet. Bei der Ansicht wird klar, dass die Korrektur, die mit der dritten Welle (C) ausläuft, immer vor dem Anfang der Impulswelle enden muss. Im optimalen Fall sollte sich nun ein neuer Antriebsimpuls in fünf Unterwellen in Trendrichtung bilden.

Unterwellen

Unterwellen geben dem Trader das letztendliche Rüstzeug, um erfolgreich eine Trendprognose abzugeben. Dabei bezeichnen jene Wellenbewegungen, die erst bei einem Wechsel des Zeitfensters sichtbar werden. Als Beispiel soll die Welle 1 in einer im Tages-Chart befindlichen übergeordneten Antriebswelle dienen.

Elliott-Wellen: Abbildung 3

Diese Antriebswelle setzt sich, wie in Abbildung 3 gut zu erkennen ist, in einem niedrigeren Zeitfenster wiederum aus 5 Fraktalen zusammen. Dieser kleinen Impulsbewegung folgt, wie sollte es anders sein, eine 3-wellige Korrektur. Jene Zersetzung des Kursverlaufs kann bis in die kleinste Einheit, dem Tick-Chart, verfolgt werden.

Fazit

Die hier genannten Fakten bilden die Grundlage der Elliott-Wellen-Theorie. Diese doch recht einfache Zählung wird von Elliott in seinem Werk "The Waves Principle" deutlich tiefer behandelt und mit zusätzlichen Regeln belegt. Des Weiteren wurde die Theorie von Robert Prechter im 1978 veröffentlichten Werk "Das Elliott-Wellen-Prinzip" nochmals verfeinert. Letztendlich kann jedoch jeder liquide Basiswert (Forex, Rohstoffe, Blue-Chips usw.) durch diese einfachen Grundmuster beurteilt und auf Trendsignale untersucht werden. Abstand sollte jedoch von Aktien bzw. anderen Basiswerten genommen werden, die nur wenig Umsatz bieten. Hier können schon Käufe und Verkäufe von geringen Stückzahlen zu massiven Kursbewegungen führen und so kaum eine vernünftige Analyse nach Elliott ermöglichen.

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