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Geschrieben von forextotal am 11. März 2016

EZB-Geldpolitik lässt den Euro kalt

Europa und der Euro

Es war ein geradezu paradoxes Bild, das sich gestern im Kurs der europäischen Gemeinschaftswährung bot: Tatsächlich machte der Chef der Europäischen Zentralbank seine Drohungen wahr und bestätigte die schlimmsten Befürchtungen der Anleger an den Devisenmärkten: Er senkte den Leitzins auf null Prozent - ein Präzedenzfall in der Geschichte. Zusätzlich verschärfte sich der Strafzins für Einlagen bei der EZB auf -0,4%. Doch statt sich dem verschärften Druck der Währungshüter zu beugen, bäumte sich der Euro kräftig auf, in der Spitze erreichte er einen Wert von 1,1214 USD.

Geldschleusen auf Anschlag geöffnet

Ein Einlagenzins im negativen Prozentbereich, der Leitzins bei 0% und die Ausweitung des milliardenschweren Anleihekaufprogramms - die Europäische Zentralbank hat zu ihrer mit Spannung erwarteten Sitzung im März zu einem Rundumschlag ausgeholt und dabei voll aus ihren geldpolitischen Mitteln geschöpft.

Während die Absenkung des Einlagezins allgemein erwartet wurde, stellt die Nullzinspolitik der EZB ein historisches Novum dar. Zusätzlich kündigte Mario Draghi an, dass dieses Szenario nicht von kurzer Dauer sein wird, er plant den Leitzins auch über den Abschluss des Anleihekaufprogramms hinaus auf seinem Allzeittief zu belassen.

EZB riskiert enorme soziale Auswirkungen

In erster Linie waren die gestrigen Ankündigungen eine Hiobsbotschaft für private Sparer, die bereits jetzt bei klassischen Anlageformen mit Zinsen leben mussten, die kaum die ohnehin niedrige Inflation auszugleichen vermochten. Dieses Problem wird sich für sie in den kommenden Jahren noch verschärfen, sichere Geldanlagen sind für nicht absehbare Zeit zur Unrentabilität verbannt.

Selbstverständlich lassen diese Beschlüsse auch den Wert unserer Europäischen Gemeinschaftswährung nicht unberührt, der Druck auf den Euro erhöhte sich enorm. Doch dieser reagierte zunächst überraschend: Nach einer kurzweiligen Talfahrt unter die Marke von 1,09 USD riss er das Ruder um und steuerte auf ein Kurshoch bei über 1,12 USD hin. Von der befürchteten Parität zum US-Dollar bislang also keine Spur.

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