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Geschrieben von forextotal am 11. Dezember 2014

Russische Notenbank erhöht Leitzins, Rubel im freien Fall

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Auf der russischen Währung lasten derzeit nicht nur die Sanktionen der westlichen Länder, es ist vor allem der Preisverfall des Erdöls, der den Wert des Rubels schwinden lässt. Im Laufe des Jahres verringerte sich sein Wechselkurs gegenüber dem US-Dollar um 40%, ein solch heftiger Abrutsch war zuletzt während der Währungskrise im Jahr 1998 zu beobachten. Mit der heutigen Ankündigung der russischen Zentralbank, ihren Leitzins um einen Prozentpunkt anzuheben, erreichte der Rubel ein neues Rekordtief.

Inflationsrate Russlands außer Kontrolle

Erstmalig mussten an diesem Vormittag für einen US-Dollar 55 Rubel gezahlt werden. Doch ihren endgültigen Tiefpunkt scheint die russische Währung noch längst nicht erreicht zu haben. In einem neuerlichen Versuch, die enorm hohe Inflationsrate des Landes auszubremsen, erhöhte die russische Notenbank ihren Leitzins auf 10,5%. Es war nicht das erste Mal in diesem Jahr, dass die Bank an der Zinsschraube drehte. Doch bislang zeigte die Maßnahme keine Wirkung.

Im Gleichschritt mit den Leitzinsen erhöhte sich die Inflation einfach immer weiter. Die Zentralbank schätzt die Situation denn auch realistisch ein und prognostiziert für das erste Quartal 2015 eine Inflationsrate von über 10%. Gleichzeitig geht sie von einem Wachstumsstillstand der Wirtschaft in den nächsten zwei Jahren aus.

Finanzmärkte kehren Rubel den Rücken

Weiteres Ziel der Maßnahme dürfte es sein, gegen die milliardenschweren Kapitalabflüsse aus Russland zu wirken und damit den Wert des Rubels zu stabilisieren. Doch die heutige Reaktion der Devisenmärkte zeigt deutlich, dass die Anleger das Vertrauen in die Währung verloren haben. Experten messen der Notenbankentscheidung deshalb nur mäßige Erfolgschancen bei.

Vermutlich wird die Talfahrt des Rubels also weiter fortgeführt, das Währungspaar USD/RUB peilt indes bereits die 60er-Marke an und könnte den Widerstand schon in den nächsten Tagen durchbrechen. Allen Bemühungen der russischen Währungshüter zum Trotz - zu diesem Zeitpunkt bestehen keine Aussichten auf eine Trendwende.

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