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Geschrieben von forextotal am 17. November 2014

Japan rutscht in die Rezession

Japan und der Yen

Kurssturz an den Aktienmärkten, Einbruch des Leitindex Nikkei um knapp drei Prozent, der japanische Yen gegenüber dem US-Dollar auf einem Siebenjahrestief: In der Nacht zum Montag verkündete die japanische Regierung, dass die Wirtschaft des Landes zum zweiten Mal in Folge geschrumpft ist. Ein rückläufiges Wachstum, das sich über zwei Jahresviertel zieht, bezeichnen Volkswirte als Rezession.

Amari macht private Nachfrage verantwortlich

Japans Bruttoinlandsprodukt sank in den Monaten zwischen Juli und September überraschend um 1,6%. Ökonomen hatten für diesen Zeitraum einen Zuwachs von gut zwei Prozent vorhergesagt. Eine solch hohe Abweichung ist äußerst ungewöhnlich. Da die japanische Wirtschaftsleistung bereits im Quartal von April bis Juni um 1,9% einbrach, ist der Abschwung ab heute offiziell.

Akira Amari, der Minister für Wirtschafts- und Fiskalpolitik des Landes, begründete die erschütternden Zahlen mit der mangelnden privaten Nachfrage. Diese habe sich bislang nicht in dem Maße erholt, wie es erwartet wurde, und hinke der übrigen Entwicklung im Land hinterher.

Politische Folgen noch ungewiss

Mit der heutigen Meldung gerät allerdings auch die Wirtschaftspolitik des japanischen Regierungschefs Shinzo Abe, genannt "Abenomics", in die Kritik. Vermutlich wird die Regierung die für Oktober nächsten Jahres geplante Mehrwertsteuererhöhung von acht auf zehn Prozent verschieben.

An den Märkten spekulieren die Anleger bereits über mögliche Neuwahlen. Schließlich würde sich ein plötzlicher Regierungswechsel auch auf die künftige Geldpolitik der Bank of Japan auswirken. Deren Vorsitzender Kuroda wurde persönlich von Abe eingesetzt und zeigte sich zuletzt zu expansiven Maßnahmen entschlossen.

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