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Geschrieben von forextotal am 28. November 2014

Nach OPEC-Entscheidung: Rubel auf Rekordtief

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Kein anderes Land der Welt ist in einem solchen Maße vom Ölpreis abhängig wie Russland. Jetzt, da das Öl von Tag zu Tag billiger wird, leidet die Wirtschaftskraft des Landes enorm. Am heutigen Freitag brach der russische Leitindex RTS auf sein tiefstes Niveau seit knapp fünfeinhalb Jahren ein. Außerdem verliert der Rubel immer weiter an Wert, derzeit entsprechen einem US-Dollar 49,90 Rubel, ein absoluter Rekordwert. Für einen Euro müssen sogar 62,03 Rubel gezahlt werden.

Russische Wirtschaft in der Abwärtsspirale

Mitte November konnte man eine kurze Phase der Stabilisierung beobachten, doch nach der halbjährlichen Sitzung der OPEC am Donnerstag zeigt sich der Rubel stärker belastet denn je. Die Organisation erdölexportierender Länder (OPEC) ist ein Kartell, dessen Ziel es ist, auf dem Weltmarkt die Ölpreisbildung maßgeblich zu beeinflussen. Doch seine Mitgliedsstaaten sind sich uneins und schwächen damit die Macht des Kartells. Im zurückliegenden Entschluss konnten sich die reichen Golfstaaten durchsetzen, die OPEC wird die Ölförderung nicht beschränken.

Damit ist dem weiterschreitenden Preisverfall Tür und Tor geöffnet. Während Länder wie Saudi-Arabien die deutlich gesunkenen Preise verkraften können, treffen diese die russische Wirtschaft und den Rubel mit voller Härte. Nach Angaben des russischen Finanzministers Anton Siluanow entstehen Russland derzeit Verluste von 100 Milliarden Dollar.

Russlandkrise droht sich zu wiederholen

Derweil hat die russische Zentralbank die aktive Unterstützung des Rubels aufgegeben. Die Kräfte der Märkte sollen jetzt über die Entwicklung der Landeswährung entscheiden. Einzig im Falle einer Gefährdung der Stabilität des russischen Finanzsystem wird die Bank noch intervenieren.

Experten sprechen bereits von einer Neuauflage der Russlandkrise von 1998. Damals löste der massive Kapitalabfluss eine Wirtschaftskrise im Land aus, auch damals gab die Zentralbank die Verteidigung des Rubels auf. Die Sanktionen des Westens tragen ihren Teil zur prekären Lage bei: Russische Firmen haben sich in der Vergangenheit in Dollar verschuldet, können sich aber nicht mehr wie früher an den internationalen Kapitalmärkten mit Dollars versorgen.

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