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Geschrieben von forextotal am 23. April 2014

Steuerliche Behandlung von CFDs

Geld und GeldpolitikCFD steht als Abkürzung für Contract for Difference, Differenzkontrakt. Das bedeutet, dass hierbei nicht mit Nominalwerten gehandelt wird, sondern mit der Kursdifferenz zwischen dem Kauf und Verkauf einer Position. Zwischen Aktiengeschäften und dem so genannten CFD-Handel macht das deutsche Steuerrecht deshalb einen Unterschied.

CFDs werden steuerrechtlich als Termingeschäfte geführt

Eine eigenständige CFD-Steuer kennt das Steuerrecht indes nicht. Es führt Differenzkontrakte als Termingeschäfte im steuerrechtlichen Sinne, deshalb fallen sie seit Januar 2009 wie andere Kapitalerträge auch unter die Abgeltungssteuer. Diese beläuft sich pauschal auf 25 Prozent, dazu kommen jedoch noch 5,5% Solidaritätszuschlag und - gegebenenfalls - Kirchensteuer hinzu. Der Steuersatz für CFDs fällt damit also vergleichsweise gering aus, für Anleger ergeben sich mit der Abgeltungssteuer aber auch noch andere Vorteile.

Der kleine Unterschied: In- vs. ausländische Broker

Während von einem Broker mit Sitz in Deutschland die Abgeltungssteuer nach jedem mit Gewinn beendeten Trade einbehalten wird, stellen außerhalb von Deutschland ansässige Broker eine Ausnahme dar. Sie gelten der Definition der Finanzbehörden folgend nicht als auszahlende Stellen. Auch dann nicht, wenn es eine Zweigniederlassung in Deutschland gibt.

Bei inländischen Brokern entfällt also die Angabe der aus CFD-Handel hervorgegangenen Gewinne in der Steuererklärung. Dagegen ist der Trader bei einem ausländischen Broker verpflichtet, seiner Steuerpflicht selbständig nachzukommen und seine Erträge dem Finanzamt anzuzeigen. Da die entsprechenden Summen nicht direkt vom Broker einbehalten werden, ergibt sich für ihn also ein Liquiditätsvorteil.

Die Verlustrechnung und ihre Vorteile gegenüber Aktiengeschäften

Als Termingeschäft birgt der CFD-Handel auch noch weitere Unterschiede gegenüber Investments wie Aktiengeschäften. Einer davon stellt die Verlustrechnung da. Während Verluste aus Aktiengeschäften ausschließlich mit Gewinnen aus ebensolchen verrechnet werden können, hat der CFD-Anleger hier einen steuerrechtlichen Vorteil: Die Verluste aus CFD-Geschäften können gegen jeden Kapitalertrag gerechnet werden, unter anderen auch Dividenden und Zinsen.

Die Möglichkeiten der Verlustrechnung enden hier noch nicht. Führt ein Trader bei mehreren Brokern Handelskonten, lassen sich die Verluste von einem Konto gegen die Gewinne eines anderen Kontos rechnen. Dazu muss lediglich eine Verlustbescheinigung angefordert werden.

Weitere steuerrechtliche Möglichkeiten für Anleger

Was die Bemessung des steuerpflichtigen Gewinns aus dem CFD-Handel betrifft, sind zudem alle Aufwendungen, die in einem direkten Zusammenhang mit der Transaktion stehen, voll abzugsfähig. Hierunter können Posten wie die Finanzierungskosten und Kommissionen fallen.

Für Anleger, deren persönlicher Einkommensteuersatz die oben genannten 25 Prozent der Abgeltungssteuer unterschreitet, besteht die Möglichkeit, Kapitalerträge im Rahmen der Einkommensteuer zu versteuern. In solchen Fällen bemisst sich die Höhe der auf die CFD-Gewinne anfallenden Steuern gemäß des jeweiligen Einkommensteuertarifs.

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