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Geschrieben von forextotal am 15. November 2013

Algorithmic-Trading: Computergesteuerter Hochfrequenzhandel

Trading-PCAn der Börse und den Kapitalmärkten ist heutzutage computergesteuerter Handel nicht mehr wegzudenken. Die programmierten Maschinen reagieren innerhalb von Millisekunden auf die geringsten Marktunterschiede und nutzen durch Arbitrage, Inter-Market-Spreading oder Market-Making die kurzweiligen Handlungsspielräume mit Hilfe ihrer Algorithmen aus, um große Handelsvolumina effektiv zu kaufen oder zu verkaufen. Forschungsinstitute vermuten, dass durch automatisierten Handel und eigenständige Entscheidungen des Computers mittlerweile zwischen 20 und 30 Prozent des Umsatzes generiert wird. Doch wann und wo beginnt die Implementierung der Computer am Finanzmarkt?

Die Geschichte des virtuell gesteuerten Hochfrequenzhandels

Zu Beginn der Jahrtausendwende starten die programmierten Computer ihren weiträumigen Einfluss, indem die Trader erkannt haben, dass diese virtuelle Unterstützung - nun mit ausgereifterer Technik - dazu beiträgt, schneller, effektiver und punktuell genauer mit vielfältigen Handlungsobjekten umzugehen. Bereits im Jahr 2010 verzeichneten die Finanzmärkte einen maschinell gesteuerten Anteil von 50 Prozent am kumulierten Handelsvolumen. Mittlerweile wird mit einer jährlichen Wachstumsrate im Hochfrequenzhandel von nahezu 20 Prozent gerechnet. Jedoch sind diese Zahlen bisweilen auch kritisch zu betrachten, da der Anteil von menschlichen Trades, die auf einer computergesteuerten Entscheidungsunterstützung basieren, von den Börsen nicht eindeutig gemessen werden können.

Algorithmic-Trading als aktive Entscheidungsunterstützung

Der Computer kann, je nach Grad der Automatisierung, mehr oder weniger selbstständig über eine Order entscheiden. Ob "Long" oder "Short", zu welchem Preis, Volumen und Zeitpunkt, die Programmierung erlaubt dem Computer fast alles. Selbst die Steuerung von Opportunitätskosten und Risiken, sowie des Market Impact kann automatisiert werden. Anhand der vordefinierten Parameter und der riesigen Datenmengen, die ausgewertet werden, bietet die Maschine zudem eine wertvolle Grundlage für die Entscheidungen des menschlichen Traders. Die Algorithmic-Trading-Technik wird von Hedge-Fonds, Investmentfonds, Banken oder Anlegern gerne genutzt, um die eigenständig generierten Kauf- oder Verkaufssignale durch weitere Spekulationen am Markt zu ergänzen. Die Computer können auf der einen Seite unterstützend für eine Investitionsanalyse wie Quant-Fonds eingesetzt werden, oder auf der anderen Seite per Autopilot Orders generieren, die an die jeweiligen Finanzplätze weitergeleitet werden. Schwierig ist diesbezüglich die Analyse und Aggregation von Marktdaten und Realtime-Kursen, sowie die Erschaffung von mathematischen Modellen und Algorithmen, die Wahrscheinlichkeiten, Chancen und Risiken bewusst gegeneinander aufrechnen können.

Die Abgrenzung von High-Frequency-Trading und Systematic-Trading

Im Gegensatz zur Literatur, die Algorithmic-Trading mit dem Handel von Wertpapieren in Sekundenbruchteilen gleichsetzt, haben Fondsmanager sehr diversifizierte Ansichten über die Bedeutung des Hochfrequenzhandels. Mehr als die Hälfte der Trader gibt an, Transaktionen zwischen einer Sekunde und maximal zehn Minuten seien dem Algorithmic-Trading zuzuordnen, der große Rest gehöre zum systematischen Handel, der in Zeiträumen von einem bis fünf Tagen stattfindet. So gesehen, sind die Computer logischerweise auch in der Lage, nicht nur sekundenschnell, sondern auch über mehrere Tage eigenständige Orders zu platzieren. Ihre Entscheidungen können heutzutage weitreichende Auswirkungen haben.

Auswirkungen auf die heutige Stabilität der Finanzmärkte

Nicht nur in der Vergangenheit, wie beim Börsencrash 1987, haben computergesteuerte Trades dazu geführt, dass Kurse massiv innerhalb kürzester Zeit eingebrochen sind, sondern gerade heute können solche Auswirkungen fatal für die Marktbalance sein. Da die Computer mit Hilfe ihrer Wenn-dann-Algorithmen handeln und bei starken Kurseinbrüchen sofort verkaufen, beschleunigen sie somit den Abwärtstrend des Wertpapiers. Auch aufgrund der großen Volumina, die die Maschinen steuern und ihrem verstärkten Einsatz in der alltäglichen Praxis, hat sich die Finanzmarktstabilität - über einen längeren Zeitpunkt betrachtet - deutlich volatiler entwickelt. Nach einer beschlossenen Verschärfung der sogenannten Circuit-Breaker-Regeln durch die SEC, führen Kurseinbrüche von über zehn Prozent bei einem Wertpapier zu einem automatisch generierten Aussetzen des Handels, so dass weitere computergesteuerte Kurseinbrüche vermieden werden. Somit wird immerhin eine überdurchschnittlich starke Kursveränderung an den Börsen eingedämmt und führt zu einem sichereren Handeln des menschlichen Traders - mit oder ohne programmierten Computern.

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