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Geschrieben von forextotal am 26. November 2012

Pro & Contra: Finanztransaktionssteuer

Europa und der EuroDie Finanztransaktionen sollen zukünftig auch in Deutschland mit einer Steuer belegt werden. Zumindest fordert dies die regierende Partei. Gegner ist derzeit die FDP. Doch viele Beteiligten sprechen von einer gerechten Beteiligung der Finanzbranche an der Krise, die auch die Spekulationsmöglichkeiten eindämmen soll. Kontrolle gäbe es mit dieser Art der Steuer in vielen Bereichen der Finanzbranche, die bisher unkontrolliert waren. Dazu gehört der Aktienhandel, aber auch das Handeln mit Derivaten und Devisen. Hinzu kommt, dass alle Beteiligten einer Steuer unterliegen würden, die Hedgefonds genauso wie Versicherungen und Banken.

Zielgruppe der Transaktionssteuer

In erster Linie betroffen wären die Spekulanten, die mit Kapitalumschichtungen ihr Geld machen. Dadurch gehen sie tagtäglich hohe Risiken ein. Durch eine Erhebung der Steuer würde sich dieses Geschäft nicht mehr lohnen, da sie sich die Kosten für solche Transaktionen erheblich erhöhen würden. Auch als Einnahmequelle für den Staat wäre die Steuer sehr attraktiv. Schon bei 0,01 Prozent Steuersatz könnten sich Einnahmen von 200 Milliarden Dollar pro Jahr ergeben. Selbst wenn sie nur auf den kurzfristigen Devisenmarkt und Derivate-Geschäfte erhoben würde, ergeben sich noch rund 40 Milliarden Dollar pro Jahr. Ein wichtiger Faktor der Argumentation für die Einführung der Transaktionssteuer ist auch die Gleichstellung des Finanzmarktes zum Markt der Realwirtschaft. Bisher wurden nämlich nur Firmen aus der Realwirtschaft beim Kauf von Rohstoffen zum Abführen von Steuern gebeten. Manche Experten sprechen inzwischen sogar von einer Transaktionssteuer in Hohe von 0,05 Prozent.

Negative Aspekte der Steuer

Neben den Vorteilen der Transaktionssteuer muss man aber auch die Nachteile betrachten, um sich ein umfassendes Bild zu machen. Viele rechnen nämlich schon damit, dass Banken und andere Finanzdienstleister die zusätzlichen Kosten einfach an ihre Kunden weitergeben. Somit würden die Zinsen für Kredite steigen und die Renditen bei Sparanlagen fallen. Im Bereich des Konsums hätte dies die Konsequenz, dass weniger Investitionen vorgenommen werden. Die Wirtschaft würde langsamer wachsen und Arbeitsplätze würden abgebaut.

Internationale Konsequenzen

Der Internationale Währungsfonds kritisiert gleichzeitig, dass eine solche Vorgehensweise nicht das Ziel der Steuer erreichen würde. Sie sei zu allgemein und würde die Zielgruppe nicht treffen. Auch einer internationalen Einführung werden immer mehr Steine in den Weg gelegt. Der wichtigste Beteiligte am Finanzmarkt, die USA, hat diesen Entwurf bereits abgelehnt und will dafür auf eine Bankenabgabe setzen. Hinzu kommt, dass auch in Großbritannien andere Wege eingeschlagen werden. Ziehen nicht alle an einem Strang, werden die Geschäfte auf die Märkte verlagert, wo keine Steuer erhoben wird. Zudem würden dadurch weitere Arbeitsplätze verloren gehen. Wirtschaftsexperte Max Otte hingegen hält diese Nachteile für geringer als sonstige Bankkosten. Aber man sollte bedenken, dass die Ursachen der Krise so nicht ausgeschaltet werden, die durch falsche Bewertungen und Kreditvergaben - und nicht durch Spekulationen - entstanden sind.

Ausweichen auf neue Märkte

Sollte die Finanztransaktionssteuer in Deutschland kommen, werden wohl viele Trader auf andere Finanzmärkte ausweichen und dort handeln, wo keine Steuer anfällt. Gerade im bereich des CFD- und Devisenhandels bieten sich viele Möglichkeiten, die Steuer zu umgehen. Letztlich wird eine solche Steuer für Kleinanleger eher zu einer Belastung werden, als dass sie einen Schutz bietet. Denn während private Großbanken, die sich verzockt haben, die Auslöser für die Finanztransaktionssteuer waren, sind auch gut wirtschaftende Genossenschaftsbanken und Sparkassen künftig von der Steuer betroffen.

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