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Geschrieben von forextotal am 9. September 2011

Unterschied zwischen Spot- und Terminmarkt

Rohstoffhandel mit ÖlDer Spotmarkt ist der Handelsort, an dem Angebot und Nachfrage aufeinandertreffen und die abgeschlossenen Geschäfte innerhalb von zwei Tagen von beiden Seiten erfüllt werden. Gehandelt werden dabei vertretbare Sachen, das heißt laut § 91 BGB "bewegliche Sachen, die im Verkehr nach Zahl, Maß oder Gewicht bestimmt zu werden pflegen." Dies können zum Beispiel Aktien, Devisen, Strom oder Rohstoffe sein. Es handelt sich dabei immer um standardisierte Produkte, so wurde beispielsweise der Ölhandel im großer Stil erst möglich, nachdem eine bestimmte Qualität garantiert wurde. John D. Rockefellers Firma "Standard Oil Company" erhielt ihren Namen von dieser Öl-Normierung. Auch der Name Spotmarkt kommt aus dem Ölhandel, so wurde der Handelsort für Rohöl und Ölprodukte bezeichnet. Namensgebend war der Handel "on the spot", was in der Übersetzung "sofort" bedeutet.

Im Gegensatz dazu werden auf dem Terminmarkt nur Geschäfte abgewickelt, die eine längere Erfüllungsfrist als zwei Tage haben. Dabei gibt es sowohl bedingte als auch unbedingte Termingeschäfte. Bei einem unbedingten Termingeschäft muss von beiden Seiten das Geschäft unbedingt erfüllt werden. Ein bedingtes Termingeschäft, auch Option genannt, erfordert nur die Erfüllung von einer Seite. Die andere Seite kann das Geschäft annehmen oder verfallen lassen, muss für diese Wahlmöglichkeit aber Gebühren zahlen.

Geschäfte auf Terminmärkten finden aus verschiedenen Gründen statt. Zum einen können die Handelnden sich vor Preisänderungen schützen wollen. Ein zukünftiger Bedarf oder eine zukünftige Produktion werden zu einem Preis gehandelt, mit dem die Handelspartner kalkulieren können. Zum anderen kann ein Händler auf eine Arbitrage abzielen. Die risikoreichste Variante eines Termingeschäftes ist die Spekulation mit Hebel (Einsatz von Fremdkapital). Ziel des Spekulanten ist es, durch ein Termingeschäft einen festen Preis für den Verkauf einer Ware zu haben und dann, wenn der Verkaufszeitpunkt gekommen ist, billiger einzukaufen und die Differenz als Gewinn zu behalten.

Dies kann aber fatale Folgen haben. Ein einschneidendes Beispiel aus der jüngeren Vergangenheit ist VW. Porsche wollte VW kaufen und hatte sich mit Optionen eingedeckt. Doch es gab kaum noch Aktien, um diese Optionen zu erfüllen und der Kurs von VW vervierfachte sich in zwei Tagen. Statt Gewinn machten die Options-Spekulanten nach Schätzungen mehr als 20 Milliarden Verlust.

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