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Geschrieben von forextotal am 11. August 2014

Ist eine Lebensversicherung noch sinnvoll und rentabel?

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Unter all den verschiedenen Formen der Altersvorsorge ist die Lebensversicherung ein echter Klassiker und erfreut sich vor allem in Deutschland nach wie vor großer Beliebtheit. Doch in jüngster Vergangenheit mehren sich die Stimmen derer, die die Lebensversicherung in Frage stellen. Dabei fallen Stichworte wie sinkender Garantiezins, schrumpfender Sparanteil und ausufernde Kosten für die Versicherten. Bestandskunden müssen sich davon nicht irritieren lassen, Neukunden dagegen sollten genau prüfen, ob die Lebensversicherung ihrer Vorstellung der Alterssicherung noch entspricht.

Absicherung und Vermögensbildung

Die Beliebtheit der Lebensversicherung begründet sich in ihrer Kombination aus finanzieller Absicherung der Hinterbliebenen im Todesfall und der gleichzeitigen Vermögensbildung für das Alter. Solche Kapitallebensversicherungen garantieren dem Versicherten nach dem Ablauf der Ansparphase die Auszahlung einer festgesetzten Summe im Ganzen oder in Form regelmäßiger Zahlungen, die sich über eine Auszahlungsphase erstrecken. In jedem Fall garantiert der Anbieter einer Versicherung eine vom Bundesfinanzministerium festgelegte Mindestverzinsung für das gesamte eingezahlte Kapital. Es ist diesem Umstand geschuldet, dass der Lebensversicherung der Ruf einer stabilen, risikoarmen Kapitalanlage vorauseilt.

Sinkender Garantiezins, steigende Risikoanlagen

Tatsächlich wurde der Versicherungsmarkt innerhalb der letzten Jahre einem starken Wandel unterzogen. Seit 2000 hat das Bundesfinanzministerium den Garantiezinssatz der Lebensversicherungen auf Drängen der Versicherer immer weiter abgesenkt. Aktuell beläuft sich der Garantiezins auf etwa 1,75%, während ein Anleger in den 90er Jahren noch mit einer Verzinsung von 4% rechnen konnte.

Um Beitragsgarantien und Mindestverzinsung zu garantieren, investieren die Versicherungen seit jeher in krisensichere Anlageformen wie Staatsanleihen. Tatsächlich liegt die Quote festverzinslicher Anlagen bei durchschnittlich 90%, obwohl den Versicherern die Möglichkeit offen steht, bis zu 35% ihrer Investitionen in Risikokapital wie Aktien oder dem Immobilienmarkt anzulegen. Da die Renditen der sicheren Anlagen seit Jahren sinken, entstehen für die Unternehmen Probleme, die garantierten Zinsen zu erwirtschaften.

Damit erhöht sich der Druck auf das Bundesfinanzministerium, den Garantiezins tiefer anzusetzen. Ab 2015 möchte die Aktuarvereinigung DAV den Zinssatz auf 1,25% senken. Gleichzeitig werben die Versicherer mit dem Argument, dass es ihnen die niedrigeren Garantiezinsen ermöglichen, auf risikoreichere Anlageformen zu setzen, die wiederum den Versicherten höhere Gesamtrenditen einbringen könnten.

Fazit

Schrumpfender Garantiezinssatz und rückläufige Überschussbeteiligungen gehen zu Lasten der Versicherten, darin sind sich Verbraucherschützer einig. Hinzu kommen Abschluss- und Verwaltungskosten sowie ein Risikoanteil, der den Sparanteil mit dem Rückgang des Garantiezinses immer weiter verdrängen wird. Die Lebensversicherung wird als Altersvorsorge also zunehmend unattraktiver.

Dennoch sollten Bestandsverträge nicht aufgekündigt werden, sie sind von der Absenkung des Garantiezinses nicht betroffen. Alle bei Vertragsabschluss gültigen Konditionen bleiben über die gesamte Laufzeit bindend. Wenn der Vertrag vor 2005 abgeschlossen wurde und mindestens zwölf Jahre Bestand hat, ist die Auszahlung sogar steuerfrei.

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