Erste Schritte beim Traden Erste Schritte beim Traden
Geschrieben von forextotal am 30. August 2011

Forex Daytrading

DaytradingDer Begriff des Daytradings kennzeichnet prinzipiell den Ein- und Ausstieg in eine Handelsposition am selben Tag. Im Forex-Bereich wird allerdings von Sonntagnacht bis Freitagnacht durchweg gehandelt, theoretisch wäre also ein Handel (fast) rund um die Uhr möglich. Praktisch macht das aber kaum ein Trader, in der Regel wird ein inländischer Börsenhandelsplatz (Xetra, Stuttgart, Frankfurt) genutzt und von 8 bis 22 Uhr gehandelt. Daher spricht man auch beim Devisenhandel von Daytrading, wenn man seine Orders bis zum Handelsschluss der großen Börsen geschlossen hat.

Sinn von Daytrading

Da sich Kurse auch über Nacht bewegen, insbesondere bei den weltweit gehandelten Devisen, schützt das Daytrading den Trader vor Kurslücken, die über Nacht entstehen können. Diese Kurslücken (Gaps) gibt es freilich bei allen gehandelten Werten, beim Forex-Handel sind sie allerdings nicht die Ausnahme, sondern die Regel. Während Europa schlief, wurde schließlich der Euro gegen den Dollar in den USA und Japan weitergehandelt. Also wird eine Tradingstrategie entwickelt, die einzig die Bewegungen während einer Sitzung zu handeln versucht. Die Eröffnung kann, muss aber nicht zwingend nach der Handelseröffnung an einer einheimischen Börse erfolgen, das Schließen einer Position muss ebenso vor Börsenschluss erfolgen. Wie genau der Trader dabei vorgeht, hängt von den Handelsinstrumenten ab, die er verwendet.

Es gäbe prinzipiell die Möglichkeit, Währungen im Forex-Bereich direkt gegeneinander zu handeln, also für Euro entsprechend US-Dollar zu kaufen, das tut aber kaum jemand. Wegen des sehr viel geringeren Kapitaleinsatzes und der Möglichkeiten, hochgehebelt zu handeln, werden derivative Handelsinstrumente wie CFDs und Knock-outs eingesetzt, und diese sind über die entsprechenden Börsenplätze ohnehin nur zu den offiziellen Börsenhandelszeiten zu handeln. Auch daraus ergibt sich die Zeitspanne des Daytradings. Die Konsequenz daraus ist, dass der Trader die Position vor Handelsende schließen muss, auch wenn sie im Verlust steht. Freilich könnte sie am nächsten Tag durch ein Gap (Kurslücke) ihm einen riesigen Gewinn bescheren, sie kann aber genauso gut im Totalverlust stehen.

Handelsstrategien

Für den Einstieg in eine Position gibt es charttechnische Signale, die im Daytrading genutzt werden. Wer Positionen über längere Zeiträume handelt, orientiert sich auch an Fundamentaldaten. Beispielsweise konnte und kann man während der Euro-Krise im Sommer 2011 darauf setzen, dass der Euro mittelfristig zum Beispiel gegenüber dem Schweizer Franken fällt. Im Daytradingbereich spielen solche fundamentalen Überlegungen auch eine wichtige Rolle, denn Tagesbewegungen werden von kurzfristigen Meldungen, auch Gerüchten beeinflusst, und ein Daytrader muss diese Nachrichten schnell genug verfolgen, um erfolgreich zu sein.

Theoretisch sind sämtliche fundamentalen Ereignisse auch in den Kursen eingepreist, daher genügt der Chart als Anhaltspunkt - was eine mehr oder minder bestätigte Theorie ist, aber Charttechniker gehen so vor. Die charttechnischen Signale sind zu identifizieren, dies können Ausbrüche aus Konsolidierungen sein (Break-outs), 1-2-3-Formationen, Trends und auch Reversals (es gibt noch wesentlich mehr Signale). Der Daytrader setzt am Einstiegspunkt eines möglichen Kaufsignals einen Kaufstopp für sein Handelsinstrument, zum Beispiel einen CFD, und wenn über das System automatisch gekauft wird, begrenzt er seinen Verlust. Hier gibt es strenge Vorgaben, erfahrene (und erfolgreiche) Trader riskieren pro Trade etwa 1 Prozent ihres Gesamtkapitals, häufig weniger. Das ist für Beginner sehr schwer nachzuvollziehen, aber anders funktioniert es nicht.

Wenn der Verlust eingetreten ist, muss ein Trader damit leben. Dem stehen Gewinnchancen von 10, 20, auch einhundert Prozent und mehr an einem einzigen Tag gegenüber, weil sich derivative Handelsinstrumente so stark bewegen. Moderne Tools identifizieren heute entsprechende Handelssignale, so dass der Handel vielfach automatisch ablaufen kann. Auch Stopps können automatisch gesetzt und als Trailing-Stopp nachgezogen werden, wobei Letzteres einem System zu überlassen, eine reine Geschmacksfrage ist. Im Daytrading-Bereich scheint bislang menschliche Intuition - wenn sie mit großer Sachkenntnis und Disziplin gepaart ist - den Computern noch überlegen zu sein.

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