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Geschrieben von forextotal am 23. April 2013

Bitcoin: Gefahren der virtuellen Währung

BitcoinWährend "Bitcoin" noch vor ein, zwei Jahren vielen unbekannt war, ist die neue Digitalwährung vor allem im Zuge der Zypern-Krise und des jüngst einsetzenden Kursverlustes zunehmend populär geworden. Im Internet grassieren zahlreiche umschreibende Namen für das erst seit 2009 existierende Zahlungsmittel: Cyberwährung, elektronisches Geld, Hackerwährung oder virtuelles Portemonnaie sind nur einige.

Was genau ist Bitcoin (BTC)?

Hierbei handelt es sich um eine völlig neu- und einzigartige Währung. Es gibt weder Papier- noch Münzgeld. Sie existiert rein "online". Bitcoins entstehen durch Rechnerleistung im Internet. Als Erfinder gilt Satoschi Komomoto aus Japan, der 2008 ein Grundsatzpapier zu Bitcoin und im Folgejahr die Bitcoin-Software herausbrachte. Es wird vermutet, dass der Name lediglich ein anonymes Pseudonym ist. "Grundsätzliches Misstrauen gegen etablierte Währungen" sei der Grund für die Erfindung gewesen. Bitcoin soll die Alternative sein: dezentral verwaltet, unabhängig von staatlichen Einflussnahmen, durch aufwendige Verschlüsselungstechniken fälschungssicher und zudem völlig anonym. Eine Peer-to-Peer-Währung, sprich gleichrangig für alle Nutzer - ohne zentrale Autorität. Inflationsschutz soll gewährleistet werden, durch eine Beschränkung der Summe aller Bitcoins auf 21 Millionen - etwa 11 Millionen Einheiten sind erst im Umlauf. Das Errechnen neuer Bitcoins wird immer aufwendiger und langsamer.

Wie funktioniert der Umgang mit der digitalen Währung?

Neben dem Mining, sprich dem Erzeugen neuer Bitcoins durch Hochleistungsrechner, gibt es zahlreiche Bitcoin-Börsen wie Mt.Gox, an denen Bitcoins zu schwankenden Wechselkursen (sich errechnend aus Angebot und Nachfrage) ge- und verkauft werden können. Um Bitcoins zu erhalten, muss zuerst der Bitcoin-Client heruntergeladen werden, der unter anderem das Bitcoin-Wallet (die virtuelle Geldbörse) verwaltet. Das digitale Portemonnaie ähnelt optisch einem Kontoauszug. Jeder Nutzer ist eigenverantwortlich für sein digitales Geld. Gehen ihm seine Bitcoin-Schlüssel verloren, wird seine Festplatte beschädigt, ohne dass eine Sicherungskopie der Wallet-Datei besteht, gibt es keine Bank, die helfen könnte. Ebenso sollte die Datei vor virtuellen Taschendieben (Schlüssel-Hackern) geschützt werden. Bitcoin-Zahlungen können minutenschnell, meistens kostenlos und anonym transferiert werden. Eine Stückelung bis zur achten Nachkommastelle ist möglich.

Gefahren des neuen Online-Geldes

Zwar soll die Limitierung der Bitcoin-Währung vor Inflation schützen, doch genau dies macht sie laut Kritikern zu einer "deflationären Währung". Käme es zu einem Bitcoin-Mangel (Kreditnahme und Geldvermehrung sind ausgeschlossen), wäre eine Spekulationsblase die unweigerliche Folge. Vor allem die Zypern-Krise hatte den Bitcoinkurs in schwindelerregende Höhen getrieben. Die Angst vor der Enteignung ersparter Gelder hatte die neue Währung so attraktiv gemacht, dass der Wechselkurs kurzfristig ein Rekordhoch von 266 Dollar je Bitcoin erreichte. Bei seiner Einführung kostete eine Pizza noch 5.000 Bitcoins! Ein kurzfristiges Aussetzen des Bitcoin-Handelssystems, das die vielen neuen Nutzer kurzfristig nicht verarbeiten konnte, entfachte minimal später eine panische Verkaufswelle, die den Wechselkurs binnen eines Tages von 266 auf unter 100 Dollar niederschnellen ließ - eine Geldentwertung abnormen Ausmaßes. Zwar hat sich der Kurs wieder beruhigt, doch es bleibt abzuwarten, ob Bitcoin sich stabilisieren, Vertrauen gewinnen und weiter als neue Währung etablieren kann.

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