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Geschrieben von forextotal am 10. Januar 2017

Brexit-Ängste drücken Pfund auf Zweimonatstief

Auch im neuen Jahr lässt den Kurs des britischen Pfunds die Angst der Anleger vor dem bevorstehenden Brexit, also dem Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union, nicht los. Zuletzt musste sich das Cable genannte Währungspaar GBP/USD auf ein Zweimonatstief zurückziehen. Hintergrund waren Spekulationen über mögliche Regierungspläne zur konkreten Umsetzung des Brexits. Noch hoffen zahlreiche Anleger an den internationalen Devisen- und Aktienmärkten darauf, dass sich Großbritannien auch künftig den Zugang zum europäischen Binnenmarkt sichern werde. Ein "harter Brexit" hingegen sähe eine komplette Loslösung vor, was für den Inselstaat mit schwerwiegenden wirtschaftlichen Folgen verbunden sein könnte.

Harter oder weicher Brexit?

Einer akuten Dollarschwäche zum Jahreseinstieg zum Trotz musste sich der Kurs des britischen Pfunds auf ein niedrigeres Niveau zurückziehen. Die Währung konnte sich nicht länger gegenüber den anderen Hauptwährungen durchsetzen, nachdem die Sorge um einen möglicherweise bevorstehenden harten Brexit unter den Anlegern an den Devisenmärkten um sich griff. GBP/USD erreichte bei 1,2106 am Morgen ein neues Zweimonatstief.

Ausgelöst wurde der neuerliche Kursverlust durch Aussagen der britischen Premierministerin Theresa May. Diese stellte in einem Interview klar, dass die Regierung einen konsequenten Austritt aus der EU plane und nicht Teile der Mitgliedschaft bewahren würde. Damit verbinden viele Investoren die Gefahr, dass die britische Regierung nicht nach einem Zugang zum europäischen Binnenmarkt strebe, der Großbritannien auch nach dem EU-Austritt einen veritablen wirtschaftlichen Vorteil verschaffen würde.

BoE gesteht fehlerhafte Prognosen ein

Die anhaltende Kontroverse um den Brexit brachte zuletzt auch die Bank of England in die Defensive. Sie war es, die vor dem Austritts-Votum lautstark gegen den EU-Austritt warb und ein Bedrohungsszenario von schwindendem wirtschaftlichen Wachstum, einem schwachen Pfund und hoher Inflation in den Raum stellte. Trotz herber Verluste jedoch behauptete sich Pfund Sterling im vergangenen Jahr als eine der stärksten unter den Hauptwährungen. Außerdem darf sich Großbritannien in die Liste der am schnellsten wachsenden Industrieländer einreihen.

Tatsächlich haben sich die Prognosen der obersten Währungshüter des Landes also als schlichtweg falsch erwiesen. Darauf regierte jetzt der Chefökonom der BoE andy Haldane und entschuldigte sich öffentlich. Gleichzeitig erklärte er, dass die Modelle der Wirtschaftswissenschaft große Bewegungen wie die Wirtschaftskrise 2008 sowie die Folgen des Brexit nicht erkennen ließen. Würde die Welt auf den Kopf gestellt, erweisen sich die Modelle schlicht als zu eng und fragil, um korrekte Prognosen liefern zu können.

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