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Geschrieben von Tobias Selb am 8. März 2016

Eurostärke im Schatten der EZB

Europa und der Euro

Ganz im Zeichen der anstehenden Sitzung der Europäischen Zentralbank am Donnerstag steht die noch junge Handelswoche. An den Devisenmärkten rüsten sich die Anleger für eine Ausweitung der expansiven Maßnahmen und setzen vermehrt gegen die europäische Gemeinschaftswährung. Doch davon ist im heutigen Kursverlauf noch wenig zu spüren, EUR/USD erreichte bei 1,1044 USD Februarniveau.

Neue Maßnahmen erwartet

Ungewohnte Einigkeit herrscht derzeit an den internationalen Finanzmärkten in der Frage, ob der Donnerstag neue Maßnahmen seitens der EZB bringen wird. Die große Mehrheit der Marktteilnehmer geht davon aus, dass EZB-Präsident Mario Draghi mit neuen Eingriffen Inflation und Konjunktur des Euroraums ankurbeln möchte.

Doch welche Möglichkeiten stehen ihm noch zur Verfügung? Mit dem milliardenschweren Anleihekaufprogramm schienen die Mittel der Zentralbank zunächst ausgeschöpft, eine Steigerung nur schwer vorstellbar. Denkbar wäre beispielsweise die Absenkung des Einlagenzinses von -0,3% auf -0,5%, also eine Verschärfung des Strafzinses für Banken, die Geld bei der Zentralbank parken statt es in Form von Krediten weiter zugeben.

Inflationsdruck nicht hausgemacht

Daneben steht außerdem die Wirksamkeit der lockeren Geldpolitik Draghis zur Debatte. Bislang konnte der expansive Pfad weder die Inflation noch die Kreditvergabe nachhaltig beeinflussen. Tatsächlich schrumpften die Preise für Verbrauchsgüter im Februar statt zu steigen.

Internationale Einflüsse wie die niedrigen Ölpreise lasten auf der Inflation, die sich auf -0.2% zurückziehen musste, und können durch EZB-Beschlüsse kaum in ihrer Wirkkraft gestoppt werden. Dieser Umstand jedoch konnte bereits in der Vergangenheit die Währungshüter kaum von ihrer Entschlussfreudigkeit abbringen. Korrigierte Wachstums- und Inflationsprognosen geben den Notenbankern vielmehr einen statistischen Rückenhalt dafür, die Geldschleusen noch weiter zu öffnen.

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