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Geschrieben von Tobias Selb am 14. Januar 2016

BoE-Protokoll kann Pfund-Abstieg nicht stoppen

Britisches Pfund (GBP)

Seit Mitte des vergangenen Jahres befindet sich das Pfund in einem andauernden Tiefflug, der seit Jahresbeginn noch einmal an Geschwindigkeit zugenommen hat. Auch der heutige Tag hielt für die britische Währung neue Verluste bereit. Sie erreichte am Vormittag bei 1,4370 USD die Gefilde ihres am Dienstag erreichten Fünfeinhalb-Jahrestiefs. Für Bewegung im Kursverlauf sorgte die Veröffentlichung des jüngsten BoE-Protokolls.

Inflation ausgebremst

Von Seiten der britischen Zentralbank gab es an diesem Donnerstag eigentlich kaum etwas Positives zu berichten. So mussten die Währungshüter eingestehen, ihre bisherigen Inflationsprognosen vom November zu optimistisch errechnet zu haben. Nicht einkalkuliert hatten sie den neuerlichen, immensen Preisverfall des Öls.

Verhalten also wird laut der revidierten Ansicht der Zentralbanker die Verbraucherpreissteigerung über die kommenden Monate ausfallen. Gegen höhere Preise spricht darüber hinaus das ausbleibende Lohnwachstum, aufgrund dessen den Briten weniger für den Konsum bleibt.

Pfund von drohendem EU-Austritt belastet

Darüber hinaus halten die Entscheidungsträger der BoE die Entwicklung des globalen Wirtschaftswachstums im Auge. Die Kursausschläge an den Aktienmärkten werten sie als Symptom eines realen Risikos. Dahingegen lässt sich die anhaltende Schwäche der eigenen Landeswährung mit dem möglichen Austritt des Inselstaats aus der EU erklären. Auch im neuen Jahr dürfte sich dieser übergeordnete Druck auf den Kurs fortsetzen, bis ein Volksentscheid endgültig über die Frage entscheiden wird.

In der aktuellen Lage überrascht es also kaum, dass die britischen Währungshüter auch weiterhin die Zinssätze der Zentralbank bei ihrem Niedrigniveau von 0,5% belassen. An den Devisenmärkten sind die Spekulationen über eine Leitzinsanhebung in Großbritannien längst verebbt, seit 2009 hat die Zentralbank die Zinssätze nicht mehr angerührt. Bei einem Abstimmungsergebnis von eins zu acht für eine unveränderte Geldpolitik gibt es auch kaum Anzeichen darauf, dass sich dies bald ändern wird.

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