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Geschrieben von forextotal am 10. Juni 2015

Japans Notenbankchef sorgt für Trendwende

Japan und der Yen

Bereits gestern verließ der Yen sein Rekordtief gegenüber dem US-Dollar und notierte zaghaft höher. Am heutigen Mittwoch verstärkte sich diese Entwicklung noch zusätzlich, der Greenback sackte gegenüber der japanischen Währung auf ein Zweiwochentief. Hintergrund sind die öffentlichen Bemerkungen des Vorsitzenden der Bank of Japan, Haruhiko Kuroda. Dieser äußerte bestimmt, dass der Yen gegenüber seinem Konkurrenten aus den Vereinigten Staaten nicht weiter an Wert verlieren dürfe.

Sorge um den Wert des Yen

Prompt reagierte USD/JPY auf die veränderte Situation mit einem markanten Knick im Kursverlauf. Am Nachmittag notierte das Währungspaar nur noch bei 122,78 JPY und brachte damit einigen Abstand zwischen sich und dem am vergangenen Freitag erreichten Dreizehnjahreshoch bei 125,84 JPY.

Laut BoJ-Chef Kuroda, der sich vor dem Finanzausschuss des Parlaments äußerte, sei der Yen effektiv äußerst niedrig bewertet. Doch würde eine Zinsanhebung durch die Fed, wie sie laut Anlegermeinung bevorsteht, nicht automatisch zu einem Wertverlust des Yen gegenüber der amerikanischen Währung führen.

Up-Talking statt QE

Ganz ungewohnt für die Finanzwelt versucht sich Japans Notenbankchef dieser Tage also am so genannten "Up-Talking", an der Beeinflussung des Währungskurses in der Hoffnung auf einen steigenden Kurs. Dieser Umstand überrascht umso mehr, da doch die geldpolitischen Maßnahmen der Bank of Japan Teil des expansiven Konjunkturprogramms des Premierministers Shinzo Abe waren. In dessen Politik kommt der Abwertung der Landeswährung eine entscheidende Rolle zu, um die Exportwirtschaft wieder in Schwung zu bringen.

Doch jetzt befindet sich der Yen laut den Daten der BoJ effektiv, das bedeutet unter Berücksichtigung sowohl der Inflation als auch dem Handel, auf seinem niedrigsten Niveau seit 1973. Könnten in dieser Situation schließlich doch die negativen Auswirkungen der akuten Währungsschwäche überwiegen? Oder möchte Kuroda den Währungskurs lediglich für eine weitere Welle expansiver Maßnahmen rüsten?

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