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Geschrieben von forextotal am 8. April 2015

Euro: Draghis übermächtiger Abwärtsdruck

Europa und der Euro

Nach einer kurzzeitigen Aufwärtsbewegung zu Beginn des Monats April setzt sich inzwischen der übergeordnete Abwärtstrend im Kurs des Euro deutlich fort. Über das Wechselspiel zwischen der europäischen Gemeinschaftswährung und dem US-amerikanischen Dollar bestimmen bereits seit Monaten die geldpolitischen Impulse der jeweiligen Zentralbanken. Die Marktteilnehmer reagieren impulsiv bereits auf kleinste Signale, insbesondere aus dem Umfeld der amerikanischen Federal Reserve Bank.

Keine Chancen für die Gemeinschaftswährung

Allzu viele Hoffnungen dürften die Anleger an den Devisenmärkten wohl nicht an die gestrige Veröffentlichung der Einkaufsmanagerindizes der Eurozone geknüpft haben. In den letzten Wochen waren zwar immer wieder zaghafte Versuche des Euros, gegen den überstarken US-Dollar aufzugebähren, zu beobachten. Doch zu mächtig lastet der finanzpolitische Druck, ausgelöst durch die jüngsten Entscheidungen der Europäischen Zentralbank, auf der gesamteuropäischen Währung.

Im März startete Mario Draghi mit dem gigantischen Programm zum Aufkauf von Staatsanleihen und anderen Wertpapieren mit dem Ziel, gegen die schrumpfende Inflation und die konjunkturelle Flaute vorzugehen. 60 Milliarden Euro flossen in diesem ersten Monat in die Finanzmärkte, bis zum vorläufigen Ende im September 2016 wird die Geldflut bis auf 1,14 Billiarden Euro herangewachsen sein. Angesichts dieser politischen Entschlossenheit hat die Gemeinschaftswährung Euro keine Chance, ihren Wert gegenüber dem Greenback ernsthaft zu verteidigen.

Sitzungsprotokoll im Fokus der Anleger

Übermächtig erscheint dieser Tage der Einfluss der amerikanischen Zentralbank Fed auf das Geschehen an den Finanzmärkten. Der Ausblick auf die künftige amerikanische Geldpolitik nimmt die ganze Aufmerksamkeit der Marktteilnehmer in Anspruch.

Am heutigen Abend könnte die Veröffentlichung des neuesten Fed-Sitzungsprotokolls die Zinsfantasien einiger Anleger verpuffen lassen. Spätestens seit den enttäuschenden Arbeitsmarktzahlen vom vergangenen Freitag blicken viele skeptischer über den Atlantik und ein späterer Termin für die geldpolitische Wende erscheint plausibel. Schließlich betonte die Notenbankchefin Janet Yellen in der jüngsten Vergangenheit immer wieder, es mit einem Kurswechsel nicht eilig zu haben. Eine weitere Flaute im Dollar-Kurs wäre damit vorprogrammiert, beruht der Erfolg des Greenbacks doch maßgeblich auf der Hoffnung der Anleger auf eine baldige Anhebung der Leitzinsen.

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