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Geschrieben von forextotal am 23. Dezember 2014

So funktionieren Rollover-Zinsen beim Trading

Trading-Chart

Unter dem Begriff Rollover versteht man jenen Zins, der für eine über Nacht gehaltene, offene Position fällig wird. Je nachdem, ob dieser positiv oder negativ ist, kann der Rollover-Zins für den Anleger einen gewichtigen Gewinn- oder auch Kostenfaktor darstellen. Allgemein ist im Forex-Markt das Ende eines jeden Tradingtages auf 23:00 Uhr Mitteleuropäischer Zeit festgesetzt. Für jede Position, die zu diesem Zeitpunkt offen ist und damit als über Nacht gehalten gilt, wird ein Rollover-Zins berechnet. Für Positionen, die erst nach 23:00 Uhr eröffnet werden, also beispielsweise um 23:01 Uhr, gilt dies hingegen nicht.

Wie berechnet sich der Rollover-Zins?

Mit jeglicher Währung ist ein Zinssatz verbunden. Jeder, der im Forex-Handel also Währungspaare an- oder verkauft, handelt nicht nur mit den Währungen selbst, sondern zugleich auch mit deren Zinsen. Kauft ein Anleger beispielsweise das Währungspaar EUR/USD, erwirbt er Euros, bezieht Zinsen für den Euro und verkauft zugleich Dollars, deren Zinsen er bezahlen muss. Aus dieser Zinsdifferenz ergibt sich schließlich der Rollover Zins, der positiv oder negativ ausfallen kann.

Positiver Roll: Übersteigt der Zinssatz derjenigen Währung, die der Anleger kauft, den Zinssatz der Währung, die er verkauft, wird ihm der Rollover ausbezahlt - er erhält zusätzlichen Gewinn aus seiner Position.

Negativer Roll: Ist hingegen der Zinssatz der Währung, die der Anleger kauft, niedriger als derjenigen Währung, die er verkauft, muss er den Rollover-Zins bezahlen - es ergibt sich also ein zusätzlicher Kostenfaktor für seine Position.

Wie lässt sich mit Rollover-Zinsen Geld verdienen?

Seit einigen Jahren schon erfreut sich der sogenannte Carry-Trade großer Beliebtheit unter den Teilnehmern am Forex-Markt. Das Prinzip dieser Handelsform ist recht simpel: Die Anleger machen sich die Zinsdifferenz zweier Währungen im Zusammenspiel mit dem hohen Hebel des Forex-Tradings zunutze. Auf diese Art und Weise ließe sich theoretisch auch dann Geld verdienen, wenn im Kursverlauf rein gar nichts passiert - eine ideale Strategie für wenig volatile Phasen also.

Die Taktik für einen erfolgversprechenden Trade gestaltet sich dabei recht simpel: Es gilt, ein Währungspaar mit hoher Zinsdifferenz zu finden, das zudem stabil steht oder einen Aufwärtstrend zu Gunsten der Währung mit den höheren Zinsen aufweist. Daraus ergibt sich die Chance, die Position so lange wie möglich zu halten und von der Zinsdifferenz zu profitieren. Vor dem Trade gilt es wie immer, das mögliche Risiko abzuwägen und einen sinnvollen Stop-Loss zu setzen.

Wann lohnt sich Carry Trade?

Um die Chancen für einen erfolgreichen Carry Trade abzuwägen, lohnt sich der Blick auf die ökonomische Situation der jeweiligen Länder und ihrer Auswirkung auf die Zinsen ihrer Währung. Ist die wirtschaftliche Zukunftsperspektive einer Nation vielversprechend, wird die Zentralbank ihre Zinsen erhöhen, um auf diese Weise die Inflation zu kontrollieren. Daraus ergibt sich eine gute Ausgangsbasis für Carry Trader, da mit den höheren Zinsen große Zinsdifferenzen zwischen den Währungen einhergehen.

Eine strauchelnde Ökonomie hingegen liefert keine guten Aussichten für einen erfolgreichen Carry Trade. Die Zentralbank des Landes wird die Zinsen senken müssen, um ihrer Wirtschaft auf die Beine zu helfen - damit sinkt die Zinsdifferenz für die Anleger im Forex-Markt. In Zeiten großer Unsicherheit tendieren die Investoren deshalb dazu, ihr Geld in sogenannte Safe-Haven-Währungen wie den US-Dollar oder den japanischen Yen zu stecken, die sich zwar durch recht niedrige Zinsen auszeichnen, dafür aber als sehr sicher gelten.

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