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Geschrieben von forextotal am 16. Dezember 2014

Russland erhöht erneut Leitzinssatz

Trading-Chart

In ihrem Versuch, sich gegen den anhaltenden Wertverfall der eigenen Währung zu stemmen, hat die russische Zentralbank zu drastischen Mitteln gegriffen: Sie erhöhte ihren Leitzinssatz von 10,5% auf 17%. Nicht einmal eine Woche ist seit der letzten Zinsanhebung am Donnerstag von 9,5% auf 10,5% vergangen. Die kurze Zeitspanne offenbart den großen Druck, unter dem die Zentralbank steht. Nachdem der Rubel allein am Montag knappe 8% seines Werts einbüßen musste, war eine entschiedene Intervention von Nöten. Russland leidet unter explodierenden Verbraucherpreisen, die mit der Aufwertung des Rubels eingedämmt werden sollen.

Sturzflug des Rubels vorerst gestoppt

Es war der bisherige Tiefpunkt für die russische Währung. Am Montag mussten für einen US-Dollar über 63 Rubel, für einen Euro sogar mehr als 78 Rubel gezahlt werden. Einen solch drastischen Wertverfall hat Russland seit der Währungskrise 1998 nicht mehr erleben müssen. Ein Vergleich mit den Kursen von Anfang des Jahres macht das Ausmaß der Entwicklung deutlich: Der Rubel verlor knapp die Hälfte seines Wertes an den US-Dollar. Einzig die beschlossene Anhebung des Leitzinses vermochte es, den Sturzflug des Rubels aufzuhalten.

Gründe für die prekäre Lage Russlands sind zum einen in den Sanktionen der westlichen Länder im Zusammenhang mit der Ukraine-Krise zu suchen. Die bloße Furcht der Anleger vor einer Ausweitung dieser wirtschaftlichen Blockade vermag es, den Rubel in weitere Tiefen zu stürzen. Zum anderen treffen die sinkenden Ölpreise sowie Spekulationsgeschäfte Russlands Wirtschaft empfindlich.

Getrübte Zukunftsperspektiven

In Anbetracht der kritischen wirtschaftlichen Lage musste die russische Regierung ihren Ausblick für die kommenden Jahre erneut herabstufen. Für 2015 erwartet man eine Rezession, die Wirtschaftsleistung wird voraussichtlich um 4,5% schrumpfen. Bei 11,5% soll die Inflation Anfang des Jahres ihren vorläufigen Höhepunkt erreichen, der Kapitalabfluss lässt sich dagegen wohl erst im Jahr 2016 spürbar eindämmen. Die Anhebung des Leitzinses zielt auch darauf ab, es für Investoren attraktiver zu machen, ihr Geld in Russland zu belassen.

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