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Geschrieben von forextotal am 15. Dezember 2014

Japanischer Ministerpräsident Shinzo Abe wiedergewählt

Japan und der Yen

Wie allgemein erwartet wurde im Rahmen der Parlamentsneuwahlen in Japan die Partei des amtierenden Ministerpräsidenten Shinzo Abe mit einer Zwei-Drittel-Mehrheit erneut in die Regierung gewählt. Für das Land bedeutet dieses Ergebnis nicht nur, dass Abe für die nächsten vier Jahre wieder als Regierungschef tätig sein wird, sondern auch die Fortführung seiner umstritten Wirtschaftspolitik, die nach ihm “Abenomics” getauft wurde.

Vier weitere Jahre “Abenomics”

Deutliche Zweifel an der Wirksamkeit dieser “Abenomics” wurden erstmals laut, nachdem Japan im vergangenen Monat in die Rezession rutschte. Die Wirtschaft des Landes verzeichnete über zwei Jahresviertel hinweg ein rückläufiges Wachstum, die Produktivität schrumpfte. Ein Blick auf die Wahlbeteiligung zur Parlamentswahl zeigt, dass die Wirtschaftspolitik des japanischen Ministerpräsidenten mindestens ebenso wenig populär zu sein scheint wie seine befürwortende Haltung zur Reaktivierung der Atomkraftwerke. Seit dem Ende des zweiten Weltkriegs traten noch nie so wenige Japaner den Weg an die Wahlurnen an.

Zumindest für die nahe Zukunft bedeutet die Wiederwahl Abes Sicherheit für den japanischen Finanzsektor. Im Nikkei ist mit weiteren Hochs zu rechnen, der Aktienindex profitiert maßgeblich von den zu erwartenden expansiven Maßnahmen seitens der Bank of Japan. Ganz anders dagegen gestaltet sich die Zukunftsperspektive für den Yen: Die Fortsetzung der Politik des billigen Geldes wird besonders den Kursverlauf des Währungspaars USD/JPY maßgeblich beeinflussen. Analysten rechnen damit, dass das Paar demnächst die Marke von 135 JPY testen wird.

Verunsicherte Anleger stützen Safe-Haven-Währung

Zunächst jedoch hat sich der Yen am Montag gegenüber dem US-Dollar verteuert. Noch am Freitag mussten für einen US-Dollar 119,19 Yen gezahlt werden, heute waren es nur noch 118,33. Der Grund für diesen überraschenden Wertzuwachs ist in den starken Kursverlusten an den japanischen Aktienmärkten zu suchen. Diese trieben die Nachfrage nach sicheren Anlageklassen sowie dem Yen als traditionell sichere Safe-Haven-Währung an.

Ohnehin ist derzeit aufgrund der stetig fallenden Ölpreise eine zunehmende Verunsicherung unter den Anlegern und damit eine gestiegene Risikoscheu an den Finanzmärkten zu spüren. Dazu trägt auch die Sorge um den Stand der Weltkonjunktur bei, nachdem heute neue Hinweise auf eine Entschleunigung des chinesischen Wirtschaftswachstums publik wurden.

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