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Geschrieben von forextotal am 4. Dezember 2014

Unentschlossene EZB vergrault Aktienmärkte

Zentralbank (EZB)

Weithin rechnete man an den Aktienmärkten heute mit einem klaren Bekenntnis der Europäischen Zentralbank zu weiteren expansiven Maßnahmen. Es kam unerwartet anders und die Anleger reagierten empfindlich auf das unklare Ergebnis der heutigen Sitzung. Nachdem der DAX heute Morgen mit 10.084 Punkten ein neues Allzeithoch erreichte, kehrte dieser Trend abrupt ins Minus um. Wenig überraschend zeigte der Devisenmakrt eine gegenteilige Reaktion, nach einem Tiefflug festigte sich der Euro gegenüber dem US-Dollar bei 1,2350 USD.

Anhaltende Wirtschaftsflaute vorhergesagt

Auf der Pressekonferenz, die direkt an die Sitzung der Notenbanker anschloss, rang sich Mario Draghi lediglich dazu durch klarzustellen, dass die Bank den Ankauf von Wertpapieren plane. Zu weiteren Aussagen und Antworten auf Fragen wie etwa nach Art der Papieren und der geplanten Menge ließ er sich hingegen nicht hinreißen. Doch genau solche eindeutigen Signale hatten die Anleger von dem Zentralbankchef erwartet, sie wandten sich denn auch enttäuscht ab.

Statt eine eindeutige Stellung zu den künftig geplanten Maßnahmen seitens der EZB zu beziehen, malte Draghi ein trübes Bild von der derzeitigen wirtschaftlichen Lage der Euro-Länder. Entsprechend korrigierten die Notenbanker die Wachstumsprognose für den Euroraum von 1,6% herab auf 1,0%.

Inflation bleibt auch künftig im Fokus

Weiterhin besteht für den Chef der Europäischen Zentralbank das Problem der schrumpfenden Inflationsrate. Jüngsten Prognosen zufolge wird auch die nähere Zukunft eine weiterhin niedrige Inflation sowie ein schwächeres Wachstum des Bruttoinlandsprodukts mit sich bringen. Aktuell ist es besonders der fallende Ölpreis, der sich negativ auf die Preissteigerung auswirkt. Die Zentralbank rechnet nunmehr mit einer Rate von 0,7% statt der bisher vorhergesagten 1,1%.

Insgesamt ließ sich der Notenbankchef auf der Konferenz kaum neue Informationen abringen. Wie in den Tagen zuvor betonte er lediglich, dass die EZB bereit sei, alles notwendige zu tun, um die Inflation zu steigern. Indes gehen Experten davon aus, dass die Zentralbank erst im ersten Quartal des kommenden Jahres mit einem Ankauf von Anleihen beginnen wird. Vermutlich werden zunächst nur Staatstitel aufgekauft werden, völlig unklar bleibt dagegen, ob die Bank auch den Ankauf von Unternehmensanleihen in Betracht ziehen wird.

Bildquelle: goodstock / fotolia.com

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