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Geschrieben von forextotal am 26. November 2014

EZB-Vizepräsident belastet Euro-Kurs

Europa und der Euro

Überraschend klare Worte aus den Kreisen der Europäischen Zentralbank versetzten heute die Anleger an den Devisenmärkten in Aufruhr. Laut Aussagen des EZB-Vizepräsidenten Vitor Constancio ist es denkbar, dass die Bank schon im ersten Quartal des Jahres 2015 mit der Einführung quantitativer Lockerungsmaßnahmen beginnt. Nach dieser Meldung sackte der Euro-Kurs am Mittwoch auf ein Sitzungstief bei 1,2444 USD.

Staatsanleihenkäufe bereits 2015 denkbar

Seit Monaten bereits drücken Spekulationen um eine mögliche weitere Lockerung der Geldpolitik seitens der Zentralbank auf den Wert der europäischen Gemeinschaftswährung. Im Angesicht des stagnierenden Wirtschaftswachstums und der schrumpfen Inflation in den Euroländern wurde eine weitere Intervention immer wahrscheinlicher. Nun bestätigte der EZB-Vize Constancio die Befürchtungen der Anleger. Im Rahmen einer Konferenz in London sprach er sich dafür aus, bereits zu Beginn des Jahres 2015 über weitere expansive Maßnahmen zu beraten.

Constancio bekräftigte in seiner Ansprache die Bedeutung der Bilanzsumme der Zentralbank. Diese müsse wieder auf den Stand von Anfang 2012 heranwachsen. Wenn die bislang beschlossenen Maßnahmen dieses Ziel unerwartet verfehlen sollten, müssten die Banker den Ankauf anderer Wertpapiere und sogar Staatsanleihen am Sekundärmarkt in Betracht ziehen.

Starke Kritik kommt aus der Politik

Innerhalb der letzten Monate hatte sich der EZB-Rat bereits zum Ankauf von Covered Bonds, Kreditverbriefungen sowie sehr langfristiger Kredite an Banken durchgerungen. Die Zentralbank schöpft all die ihr zur Verfügung stehenden Werkzeuge aus, um die Banken zur Kreditvergabe an Unternehmen zu animieren. Investierten die Unternehmen aufgrund günstiger Kreditbedingungen wieder verstärkt, würde auch die Inflationsrate endlich wieder steigen.

Glaub man den Worten des EZB-Vizepräsidenten, sind diese Überlegungen als reine geldpolitische Entscheidung zu bewerten und befinden sich deshalb innerhalb des Mandats sowie der rechtlichen Kompetenz der Zentralbank. Besonders der Ankauf von Staatsanleihen bleibt im Euroraum jedoch stark umstritten. Prinzipiell ist der Zentralbank die Finanzierung von Staaten verboten. So hat sich auch Bundesbankpräsident Weidmann in der Vergangenheit klar gegen die Ankäufe am Sekundärmarkt positioniert.

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