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Geschrieben von forextotal am 7. November 2014

Draghi-Statement lässt Euro abstürzen

Europa und der Euro

Die Woche endet für den Kurs des Euros in einem Desaster. Bereits gestern schrumpfte der Wert der europäischen Gemeinschaftswährungen um einen Cent, nachdem Draghi die Bereitschaft der Europäischen Zentralbank zu weiteren expansiven Maßnahmen bekräftigte. Zugleich setzen ihm die guten Konjunkturdaten aus den Vereinigten Staaten zu. Die bevorstehende Veröffentlichung der US-Arbeitsmarktdaten dürfte die Kluft zwischen den Währungskursen nur noch vergrößern. Zuletzt hat sich der Euro auf 1,2390 USD verbilligt, das ist der niedrigste Stand seit August 2012.

Exporte profitieren vom schwachen Euro

Doch nach all den schlechten Nachrichten zum Stand der Wirtschaft in Europa gibt es einen Lichtblick: Laut den neuesten Zahlen konnte die Exportwirtschaft in Deutschland ein kräftiges Wachstum verzeichnen. Nach dem deutlichen Einbruch im August zogen die Ausfuhren im September überraschend stark an und erreichten einen Rekordwert von 102,5 Milliarden Euro. Damit erhöht sich die Chance auf ein leichtes Wirtschaftswachstum der größten europäischen Volkswirtschaft im dritten Jahresviertel. Zuletzt hatte die Bundesregierung die Wachstumsaussichten für die Jahre 2014 und 2015 kräftig nach unten korrigiert.

EZB nimmt Wertverlust in Kauf

Ein günstiger Euro spielt dem Wachstum der Exportwirtschaft in die Hände. Zur weiteren Schwächung der Währung trug denn auch die gestrige Sitzung der Notenbanker bei. EZB-Präsident Mario Draghi ließ in der anschließenden Pressekonferenz keinen Zweifel daran, dass die Banker gewillt seien, nötigenfalls zu unkonventionellen Maßnahmen zu greifen, um die Wirtschaft zu stimulieren.

Experten rechnen schon seit längerem damit, dass die Zentralbank zum Ankauf von Staatsanleihen greifen wird, um die Inflation in Europa zu stärken. Bei einem solchen Anleihenkaufprogramm ist der Wertverlust der eigenen Währung einkalkuliert. Über diesen erwünschten Nebeneffekt lassen sich die Ausfuhren ankurbeln, die wiederum für einen Inflationsanstieg “von außen” sorgen. Der DAX jedenfalls reagierte auf Draghis Statement mit einem wahren Höhenflug, er stieg um 100 Punkte.

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