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Geschrieben von forextotal am 21. Juli 2014

Wie funktionieren Garantiefonds?

Trading-Chart

Speziell nach der Banken- und Wirtschaftskrise der Jahre 2008 und 2009 scheuen viele Anleger die Beteiligung an risikoreichen Anlageklassen wie Aktien, Rohstoffe, Immobilien und ähnlichem. So genannte Garantiefonds eröffnen die Ertragschancen solcher Investments und bieten gleichzeitig ein hohes Maß an Sicherheit. Je nach Typ garantieren sie dem Anleger, am Ende der Vertragslaufzeit mindestens seinen eingezahlten Anlagebetrag, einen bestimmten Prozentsatz oder erreichte Höchststände zurückzuerhalten. Diese Sicherheit wird durch eine geringere Rendite erkauft.

Wie entsteht die Garantieleistung?

Normalerweise ist das Investment in einen Fond mit nicht unerheblichen Risiken für den Anleger verbunden, Garantiefonds bilden hierbei eine Ausnahme. Um diese Sicherheit bieten zu können, verfolgt der Fondsmanager als Anbieter des Anlagepakets eine von zwei Strategien:

  1. Er kauft ein risikobehaftetes Aktienportfolio und kombiniert dieses mit Verkaufsoptionen zur Absicherung der Garantieleistung
  2. Er investiert den Barwert der Garantien in sichere, festverzinsliche Wertpapiere und den anderen Teil des Fondvermögens in risikoreichere Kaufoptionen wie Aktiengruppen oder Länderindices

In beiden Fällen lassen sich eventuelle Verluste, beispielsweise aus Aktienkursschwankungen, durch Zins und Zinseszins der sicheren Anlagen ausgleichen. Erzielen die risikoreicheren Kaufoptionen Gewinne, sind die Investoren entsprechend einer vertraglich festgelegten Partizipationsrate an diesem Erfolg beteiligt.

Was ist vor dem Abschluss zu beachten?

Unterschiede zwischen Garantiefonds existieren in erster Linie in der Wahl der Option. Von dieser hängt maßgeblich ab, wie sich der Anleger zum Ende der Laufzeit beziehungsweise, im Falle eines Garantiefonds ohne begrenzte Laufzeit, zum Garantiestichtag verhalten sollte.

  1. Stichtagsoption: Gegebenenfalls rechnet es sich für den Anleger, die Gewinne seines Fonds noch vor Ablauffrist zu realisieren. Vor Ende der Laufzeit oder zwischen den Garantiestichtagen kann der Preis des Fonds jedoch auch unter den Ausgabekurs fallen.
  2. Durchschnittspreisoption: Hierbei wird die Gewinnbeteiligung auf der Grundlage eines Kursdurchschnitts der letzten Quartale ermittelt.

Darüber hinaus sollte die Laufzeit eines zeitlich begrenzen Fonds nicht weniger als vier Jahre betragen, die vorzeitige Rückgabe aber jederzeit möglich sein. Aufgrund der für Anleger günstigen Rahmenbedingungen und hohen Beteiligungsraten, verbunden mit üblicherweise langen Laufzeiten, sind Garantiefonds innerhalb der Zeichnungsfrist schnell vergriffen. Bei Interesse kann es sich lohnen, bereits laufende Garantiefonds nach ihren Rahmenbedingungen und jeweiligen Performance zu vergleichen.

Welche Nachteile ergeben sich für den Anleger?

Während die Vorteile der Garantiefonds - Kapitalabsicherung bei gleichzeitigen Ertragschancen aus risikobehafteten Anlageoptionen - auf der Hand liegen, sind die Nachteile dieser Investments nicht auf den ersten Blick ersichtlich. Verbraucherschützer kritisieren in erster Linie ihre bankenfreundlichen Rahmenbedingungen, beispielsweise die Gewinnbegrenzung für Investoren. Aufgrund dieser renditenmindernden Wirkung ergeben sich für Garantiefonds relativ hohe Kosten, insbesondere bei niedrigem Zinsniveau. Hinzu kommt, dass bei vorzeitiger Veräußerung der Anteile Sondergebühren anfallen.

Ein weiterer Kritikpunkt ist der Begriff "Garantie", der bereits im Namen der Fonds steckt. Entgegen diesem Anklang bestehen bei Garantiefonds sehr wohl gewisse Risiken für den Anleger, denn die versprochene Sicherheit ist vollkommen von der Solvenz des Garantiegebers abhängig. Es handelt sich nicht, anders als bei einlagegesicherten Anlagen, um eine gesetzliche oder staatliche Garantie. So ist das Kapital bei vielen Fonds auch nur zum Ende der Laufzeit garantiert, während in der Zwischenzeit ein Kursrisiko entsteht.

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