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Geschrieben von forextotal am 20. November 2013

Devisentermingeschäfte: Währungsschwankungen ausnutzen

DevisenhandelDevisentermingeschäfte, die auch im Fachjargon Devisen-Forwards oder Outright-Geschäfte genannt werden, sind verbindliche Vereinbarungen zweier Parteien, eine jeweilige Währung gegen eine andere Währung zu tauschen. Dieser Tauschmoment bezieht sich auf einen bei jeweiligem Geschäftsabschluss festgelegten Termin und Kurs. Die Laufzeit, der Auf- oder Abschlag, sowie sonstige Nebenbedingungen eines Devisentermingeschäfts können variieren und grundsätzlich von beiden Geschäftspartnern eigenständig festgelegt werden. Bei diesem Geschäftsmodell ist eine Laufzeit von beispielsweise drei Monaten weit verbreitet. Aus den unterschiedlichen Zinssätzen der beiden gehandelten Währungen ergibt sich der Kurs eines Termingeschäfts, der mit dem Devisenkassakurs verbunden ist.

Kursrisiken reduzieren

Als Abschlag oder Aufschlag (Deport bzw. Report) wird die Differenz zwischen dem Termin- und Kassakurs bezeichnet. Auf diese Weise ist der Terminkurs nichts anderes als der aktuelle Kassakurs plus/minus der Zinsdifferenz - der beiden beteiligten Währungen für die Laufzeit - und der Marge, die die Bank verdienen möchte. Ein Devisen-Forward strebt das Ziel an, Kurssicherung von Zahlungsforderungen und die Weitergabe des Kursrisikos auf den Kontrahenten zu gewährleisten. Eine feste Kalkulationsbasis ist ein großer Vorteil dieses Geschäfts. Der Kontrahent verpflichtet sich hierbei, zum vereinbarten Kurs abzurechnen, den Währungsbetrag am vereinbarten Termin entgegenzunehmen und eine schriftliche Bestätigung über das Geschäft an den Kunden zu übergeben. Der Kunde hat die Pflicht, den festgelegten Euro-Betrag anzunehmen, am Terminzeitpunkt der jeweiligen Bank den Währungsbetrag zur Verfügung zu stellen und die unterzeichnete Bestätigung, die er von der Bank erhalten hat, nach Prüfung zurückzusenden. So hat jeder Handelspartner eine schriftliche Bestätigung über das noch schwebende Geschäft erhalten.

Geschichtlicher Hintergrund

Nachdem in den Siebzigerjahre des 20. Jahrhunderts die Wechselkursstabilität - durch den vorherigen Ausgleich der Geldmenge durch die Zentralbanken - aufgegeben wurde, bestand für vielerlei internationale Geschäfte, wie Kreditvergabe, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstigen Verbindlichkeiten gegenüber Gläubigern, ein erhebliches Kursrisiko. Eine noch ausstehende Forderung, die erst einige Wochen oder Monate später erfüllt wurde, hatte beispielsweise aufgrund der Währungskursschwankungen einen geringeren Wert als noch zuvor, so dass einige, besonders mittelständische Unternehmen erhebliche Liquiditätsengpässe zu verzeichnen hatten. Mit Hilfe des Devisen-Forwards oder auch Hedging wird es nun ermöglicht, das Risiko der geringeren Erträge oder höheren Zahlungen gegen einen geringen Betrag auf einen Dritten zu übertragen, der wiederum selbst darauf spekuliert, dass sich die Marktereignisse positiv für ihn auswirken.

Nutzen und Risiken von Termingeschäften

Prinzipiell vereinbaren Marktteilnehmer ein Termingeschäft grundsätzlich, weil sie nach Absicherung, Spekulation oder Arbitrage-Möglichkeiten streben. Der Nutzen des Käufers liegt beim Termingeschäft in Form der Absicherung vor, indem künftige Preissteigerungen, die einen negativen Effekt hervorrufen würden, vorgebeugt werden. Der Verkäufer hingegen will sich gegen Preissenkungen absichern. Ein Spekulant kauft oder verkauft ein Handelsobjekt ebenfalls in Erwartung zukünftigen Preisänderungen, er sichert jedoch eine Gegenposition nicht ab. Der Arbitrageur möchte einen risikofreien Arbitrage-Gewinn erzielen, indem sich der zukünftige Terminpreis des Handelsobjektes überdurchschnittlich vom aktuellen Kassapreis unterscheidet. Dank der unterschiedlichen Interessen der verschiedenen Marktteilnehmer, können nicht selten Win-Win-Situationen entstehen. So kann ein Importeur von Waren, die in Dollar abgerechnet werden, durch einen frühzeitigen Devisenterminkauf die Verteuerung seines Importpreises verhindern, sollte es zu einem Dollar-Anstieg in einem erwarteten Zeitraum kommen. Angenommen der Dollar-Kurs steigt tatsächlich, so erhält der Importeur dank des Devisenterminkaufs die Dollar zum ehemalig vereinbarten, niedrigeren Kurs. Diese Geschäfte funktionieren selbstverständlich auch mit mehreren Handelspartnern.

Gefährlich an Termingeschäften ist, dass durch den hinausgeschobenen Erfüllungszeitpunkt zur Spekulation auf eine günstigere, aber unbekannte Entwicklung des Preises am Markt in der Zukunft verleitet wird. Anders als Kassageschäfte, bei denen der Anleger sofort Barvermögen oder einen Kreditbetrag einsetzen muss und ist auf diese Weise keine weitere Spekulation möglich, die nach Geschäftsabschluss stattfindet. Generell sind mit Börsentermingeschäften die Risiken der Hebelwirkung oder eines Kapitalverlustes, sowie die Gefahr, zusätzliche Mittel planwidrig einsetzen zu müssen, nicht komplett durch einen Dritten abzudecken.

Bildquelle: sergey_p / fotolia.com

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