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Geschrieben von forextotal am 3. Juli 2013

Wie man erfolgreich technische Analysemethoden kombiniert

Engulfing PatternVielfach haben Laien und Börsenneulinge den Eindruck, die Technische Analyse sei aufgrund ihrer simplen Verfahren ein ungenügendes Instrument, das nicht funktionieren könne. Hegdefondsmanager auf der ganzen Welt, die sich auf Spekulationen in hochliquiden Märkten spezialisiert haben, beweisen durch aussagekräftige Ergebnisse etwas anders. Die Technische Analyse bietet sowohl dem Trader wie auch dem Investor die Möglichkeit, zielgenaue Entscheidungen treffen zu können, die auf Dauer zu einem Gewinn führen. Nicht das Analyseverfahren ist entscheidend für das Resultat, sondern vielmehr der Mensch, der es umsetzt. Nichtsdestotrotz eröffnet die Technische Analyse ungeachtet ihrer zumeist einfachen Verfahren ein weites Feld an Möglichkeiten. Neben der klassischen Chartanalyse wird häufig die traditionelle Candlestick-Analyse zur Darstellung der Kurse benutzt. Sind beide Analysemethoden für sich genommen bereits Marktwerkzeuge, die zu einer positiven Trefferquote führen könne, ermöglicht die Kombination beider Instrumente eine deutliche Verbesserung. Wird die Analyse ergänzt durch markttechnische Indikatoren, Sentimentindikatoren und der Intermarket-Analyse, kann sich für den Laien wie für den Profi eine höchst gewinnbringende Handelsstrategie ergeben.

Klassische Chartanalyse vs. Candlestick-Analyse

Jeder, der mit der klassischen westlichen Chartanalyse vertraut ist, hat eine genaue Vorstellung davon, was Widerstands-, Unterstützungs- und Trendlinien sind, wie man einen Trendkanal anlegt und wie die gängigsten Formationen wie beispielsweise das Doppelttop, das Schulter-Kopf-Schulter-Top oder das umgekehrte Dreieck aussehen. Während die westliche Chartanalyse einen eher langfristigen Zeithorizont erfordert und die Kursbewegung für die nächsten 8 bis 30 Balken prognostizieren will, wird bei der Candlestick-Analyse die kurzfristige Perspektive begünstigt. Die meisten Muster, die bei dem traditionellen japanischen Analyseverfahren angewandt werden, nehmen gewöhnlich nicht in Anspruch, die Bewegung des Marktes über mehr als 8 Balken prognostizieren zu können. Gewöhnlich wird zur Auswertung der Muster bei der Candlestick-Analyse auch kein großes Datenmaterial benötigt, wie dies bei der westlichen Chartanalyse mitunter der Fall ist. Liegen die letzten drei, vier oder fünf Kerzen vor, können daraus Handelsstrategie entwickelt werden. Das Problem bei der japanischen Chartanalyse ist, dass sie langfristig zwar positive Signale erzeugt, ihre Zuverlässigkeit dabei jedoch relativ gering ist. Als Beispiel sei eines der bekanntesten Candlestick-Muster aufgeführt, das aus nur einer einzige Kerze besteht: Der bullische Hammer.

Der bullische Hammer: Eine Auswertung

Der Hammer zeichnet sich dadurch aus, dass die Spanne zwischen Eröffnungs- und Schlusskurs relativ klein ist, jedoch weist er einen langen Docht auf, der nach unten zeigt und darlegt, dass während der Handelsperiode ein starker Ausverkauf stattgefunden hat, der größtenteils kompensiert wurde. Definiert man als Parameter, dass man zum Schlusskurs einen Kauf ausübt, den Stopp unter den Tiefstkurs des Balkens setzt und aussteigt, sobald der Markt sich um eine durchschnittliche Bewegung nach oben bewegt hat, ergibt die Auswertung einer Vielzahl von Märkten, dass die Trefferquote 51,3 Prozent betrifft. Ein eher mageres Ergebnis, aber immerhin ist der durchschnittliche Gewinn gut 1,1 mal so hoch wie der durchschnittliche Verlust, weswegen selbst dieses simple Muster auf Dauer bei strikter Einhaltung der Regeln auch nach Berücksichtigung von Slippage und Kommissionen einen kleinen Gewinn abwerfen wird. Dennoch, berauschend ist das Ergebnis nicht, und niemand wird solch eine Strategie, die eine starke Performanceschwankung beinhaltet, auf Dauer handeln wollen.

Die Kombination von japanischer und westlicher Chartanalyse

Wer seine Trefferquote erhöhen will, kann sich die Vorteile der klassischen Chartanalyse zunutze machen und diese kombinieren mit der traditionellen japanischen Candlestick-Analyse. Befindet sich der Markt nach klassischer Chartanalyse auf Tagesbasis am unteren Ende eines Trendkanals und bildet zugleich einen doppelten Bode aus, kann im Bereich des zweiten Bodens auf ein bullisches Candlestickmuster gewartet werden, das einen Kauf generiert. Ideal ist, wenn auf dem Wochenchart ebenfalls positive Formationen sowohl bei der klassische Chartanalyse wie auch bei der Candlestick-Analyse zu finden sind, was die Tradehärte verbessert, dies ist aber nicht zwingend erforderlich. Definiert man als Parameter, dass ein Kauf generiert wird, sobald sich nach der traditionellen Chartanalyse ein bullisches Muster ergibt und ein Candlestick-Pattern eine Trendumkehr nahe legt, ergibt die Auswertung einer Vielzahl von Märkten, dass die Trefferquote auf knapp 53,5 Prozent gestiegen ist. Wird als Stopp das Unterschreiten eines Unterstützungsbereiches gewählt und als Zielkurs eine Marke, die sich aus der klassischen westlichen Chartanalyse ergibt, ist der durchschnittliche Gewinn 1,35 mal so hoch wie der Verlust. Auch wenn diese Zahlen im ersten Moment für den Laien immer noch mager erscheinen mögen, lassen sich auf diese Weise auf Dauer erhebliche Gewinne erzielen. Vorraussetzung ist, dass ein gutes Risiko- und Money-Management betrieben wird, so dass Verlustphasen ausgeglichen werden können.

Es geht noch mehr

Anstatt sich darauf zu verlassen, nur auf einer Zeitebene zu agieren, ist es sinnvoll, mindestens drei Zeitebenen zu verwenden, um die Trefferwahrscheinlichkeit zu verbessern. Wer beispielsweise primär den Tageschart handelt, tut gut daran, wenn er auch weiß, was auf dem Wochen- und dem Stundenchart los ist. Zudem kann die Trefferwahrscheinlichkeit erhöht werden, wenn man sich nicht nur auf die Kombination eines klassischen Chartmusters gepaart mit einem traditionellen Candlestick-Muster verlässt. Dies sollte vielmehr ein erster Ansatzpunkt sein, der den Trader hellhörig werden lässt. Weitere Analyseverfahren wie die Zyklusanalyse, markttechnische Indikatoren, Sentimentindikatoren und die Intermarket-Analyse sollten bei der Kaufentscheidung berücksichtigt werden. Auch wenn dadurch die Analyse eines Wertes aufwändiger wird, kann die Trefferquote deutlich erhöht werden. Wer Untersuchungen anstellen will, sollte im ersten Schritt begutachten, wie gut ein Analyseverfahren dasteht, wenn man es alleine einsetzt. Erzielen sich bereits in diesem Stadium positive Ergebnisse, kann über eine Kombination der verschiedenen Analysemethoden nachgedacht werden.

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